Plötzliche Absage der RightsCon wirft Fragen auf

Die sambische Regierung hat die RightsCon, eine der bedeutendsten Konferenzen für digitale Menschenrechte weltweit, kurzfristig verschoben. Die Veranstaltung sollte vom 5. bis 8. Mai in Lusaka stattfinden. Teilnehmer, darunter Forscher, Akademiker und Menschenrechtsexperten, waren bereits auf dem Weg oder hatten ihre Anreise gebucht.

Unklare Begründung der Regierung

Minister Felix Mutati begründete die Verschiebung am 28. April mit der Notwendigkeit, die Konferenz „vollständig mit nationalen Verfahren und diplomatischen Protokollen in Einklang zu bringen“. Zudem seien noch nicht alle administrativen und sicherheitsrelevanten Freigaben für eingeladene Redner und Teilnehmer abgeschlossen. Eine offizielle Absage seitens der Veranstalter von RightsCon liegt jedoch noch nicht vor.

Die Organisation Access Now, die RightsCon organisiert, veröffentlichte eine Stellungnahme auf ihrer Website:

„Wir sind uns der Medienmitteilung bewusst, dass die sambische Regierung die RightsCon verschoben hat. Wir verstehen die Verunsicherung, insbesondere für Teilnehmer, die bereits nach Lusaka reisen. Bisher haben wir keine offizielle Bestätigung erhalten und haben dringende Gespräche mit den zuständigen Ministerien angefordert. Unsere Partner vor Ort arbeiten an einer Lösung und wir hoffen, heute (29. April) mehr Klarheit zu erhalten.“

Bislang gibt es keine weiteren Updates von Access Now oder RightsCon.

Sambische Regierung bekräftigt Verschiebung – ohne neue Details

Am Donnerstag, den 29. April, bestätigte der ständige Sekretär des sambischen Informationsministeriums, Thabo Kawana, die Verschiebung. Er verwies auf die Notwendigkeit einer „umfassenden Offenlegung kritischer Informationen“ zu den geplanten Themen der Konferenz. Diese solle sicherstellen, dass die Inhalte mit den „nationalen Werten und politischen Prioritäten Sambias“ im Einklang stehen. Konkrete Details blieben jedoch aus.

Hintergrund: Rechtekonferenz in schwierigen Zeiten

Die RightsCon steht seit Jahren vor Herausforderungen. 2023 musste die Konferenz in Costa Rica aufgrund von Visaproblemen für Teilnehmer aus dem globalen Süden abgesagt werden. Im Jahr 2022 fand die Veranstaltung in Taipeh statt, doch einige Teilnehmer konnten aufgrund von Kürzungen bei US-Forschungsgeldern nicht persönlich anreisen. Auch die aktuelle politische Lage in den USA, wo Visa für Forscher im Bereich digitale Menschenrechte verweigert wurden, belastet die Konferenz.

Teilnehmer verunsichert – Flüge bereits gebucht

Mehrere Teilnehmer berichteten gegenüber 404 Media, dass sie keine Informationen zur weiteren Planung hätten. Einige erwägen, ihre Flüge nach Sambia zu stornieren, während andere bereits unterwegs sind. RightsCon hat bisher nicht auf Anfragen von 404 Media reagiert.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft der RightsCon bleibt ungewiss. Die Veranstalter fordern dringend eine offizielle Stellungnahme der sambischen Regierung. Bis dahin müssen Teilnehmer und Redner abwarten, ob die Konferenz verschoben, abgesagt oder doch wie geplant durchgeführt wird.

Quelle: 404 Media