Viele Schriftsteller:innen kennen das: ein Projekt, das jahrelang in der Schublade schlummert und immer wieder überarbeitet wird. Bei Katie Dippold war es kein Buch, sondern die Idee zu ‚Widow’s Bay‘. Die Autorin, die die neue Apple-TV-Serie kreiert, produziert und leitet, beschäftigt sich seit fast zwei Jahrzehnten mit dieser Geschichte – lange bevor sie Komödien wie ‚The Heat‘, ‚Spy‘ oder ‚Ghostbusters‘ schrieb.

‚Die Inspiration kam von einem Gefühl‘, erzählt Dippold gegenüber TheWrap. Sie erinnert sich an ihre Kindheit in New Jersey in den 1980er-Jahren, wenn sie und ihre Freund:innen nachts an einem angeblich verfluchten Haus vorbeigingen. ‚Ich war jedes Mal aufgeregt, weil ich wusste, dass ich Angst haben würde – aber gleichzeitig haben wir gelacht und es war ein gemeinschaftliches Erlebnis. Das wollte ich mein ganzes Leben lang einfangen‘, erklärt die Autorin.

Vor 18 Jahren schrieb Dippold erstmals ein Drehbuch zu ‚Widow’s Bay‘. Dieses ursprüngliche Konzept brachte ihr 2009 eine Stelle als Autorin bei der NBC-Sitcom ‚Parks and Recreation‘ ein, geschaffen von Mike Schur. ‚Ich glaube, es hat Mike einen Eindruck von meinem Humor gegeben‘, sagt sie. Doch der erste Entwurf war grundverschieden von der heutigen Serie: ‚Er war sehr witzig, aber auch eine Parodie. Ich wollte, dass ‚Widow’s Bay‘ wie ein realer Ort in einer realen Welt wirkt – ein Ort, an den ich gehen würde, selbst wenn ich sofort sterben würde.‘

‚Als Horror-Fan möchte ich, dass die Spannung und die Bedrohung ernst genommen werden‘, betont Dippold. Jahrelang arbeitete sie an dem Projekt, bis sie vor einigen Jahren beschloss, es ernsthaft zu überarbeiten und zu verfeinern. Nun können Zuschauer:innen das Ergebnis ihrer 18-jährigen Arbeit sehen: Die ersten beiden Folgen von ‚Widow’s Bay‘ starten diese Woche auf Apple TV.

Die fertige Serie teilt viele Elemente mit dem ursprünglichen Entwurf. Beide spielen in einer fiktiven Kleinstadt in Neuengland, die angeblich verflucht ist. Auch einige Charaktere wie Bürgermeister Tom Loftis (Matthew Rhys) und Patricia (Kate O’Flynn) waren bereits im ersten Drehbuch enthalten. Doch die heutige Version ist düsterer, gruseliger und realistischer als die erste Fassung.

Die Handlung folgt Loftis, der seine Stadt zu einem Touristenmagneten wie Martha’s Vineyard machen will – doch die jahrhundertealten Legenden, mysteriösen Verschwinden und unerklärlichen Todesfälle könnten auf einen echten Fluch hindeuten. Die Serie verbindet skurrile Charaktere mit einer Mischung aus Horror und schwarzem Humor und schafft so eine einzigartige Atmosphäre.

Quelle: The Wrap