WLFI-Token verliert stark an Wert nach schnellem Governance-Votum
Der WLFI-Token von World Liberty Financial (WLFI) ist nach einem umstrittenen Votum zur Sperrung von Tokens um 18% gefallen. Das Votum, das innerhalb von nur 15 Minuten beschlossen wurde, sorgt für massive Kritik. Beobachter vermuten Manipulationen und werfen dem Trump-nahen Projekt vor, das Verfahren sei undemokratisch verlaufen.
Kritik an der Abstimmung: Zu schnell, zu einseitig
Bei der Abstimmung stimmten 6,6 Milliarden WLFI-Tokens ab, davon entfielen nur 3,3 Millionen Tokens auf „Nein“-Stimmen. Die größte „Nein“-Stimme repräsentierte 569.900 Tokens. Die vier größten „Ja“-Stimmen zusammen hielten 2,5 Milliarden Tokens – fast 40% der gesamten Abstimmung.
Besonders auffällig: Die Abstimmung war bereits nach 15 Minuten abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits 1,5 Milliarden Stimmen vor, und das Quorum von 148% wurde überschritten – deutlich über der geforderten Marke von 657%. Die Deadline vom 6. Mai wurde damit problemlos eingehalten.
Zwei Jahre Sperre und vier Jahre Vesting: Investoren protestieren
Das Votum sieht vor, dass 17 Milliarden Tokens von Early-Supportern für weitere zwei Jahre gesperrt bleiben. Anschließend folgt eine zweijährige lineare Vesting-Phase, in der die Tokens schrittweise freigegeben werden. Einige Early-Investoren müssen somit bis zu vier Jahre warten, bis sie ihre Tokens vollständig handeln können.
Zusätzlich drohte WLFI Investoren mit dauerhafter Sperre, sollten sie gegen das Votum stimmen. Ihnen bliebe dann nur noch die Teilnahme an Governance-Abstimmungen. Diese Regelung sorgte für zusätzliche Empörung in der Community.
„Scammer“-Vorwürfe und Vorwürfe der Vorab-Festlegung
In den WLFI-Foren und auf X (ehemals Twitter) hagelte es Kritik. Einige Nutzer bezeichneten das Projekt offen als „Scammer“ und warfen WLFI vor, das Votum sei von vornherein feststehend gewesen. Ein Nutzer kommentierte sarkastisch:
„Vorschlag: Stimmt unserem absurden Plan zu oder verliert eure Tokens für immer.“
Auch der Krypto-Händler White Whale übte scharfe Kritik und bezeichnete die Abstimmung als „keine echte Community-Governance“.
Konflikt mit Justin Sun: Ehemaliger Unterstützer verklagt WLFI
Einer der prominentesten Kritiker ist Tron-CEO Justin Sun, der WLFI verklagt. Seine Tokens wurden von WLFI gesperrt, sodass er nicht an der Abstimmung teilnehmen konnte. Sun erklärte:
„Dieser Vorschlag schadet der Community. Weil World Liberty meine Tokens eingefroren hat, konnte ich nicht dagegen stimmen.“
Sun befürchtet zudem, dass WLFI seine Tokens vernichten könnte. Seine Klage zielt darauf ab, die Sperrung aufzuheben und eine mögliche Vernichtung zu verhindern.
Weitere Skandale: Verbindung zu kriminellen Netzwerken
WLFI steht nicht nur wegen des umstrittenen Votums in der Kritik. Das Projekt war zuletzt mit einem kriminellen Syndikat in Südostasien in Verbindung gebracht worden. Im vergangenen Jahr arbeitete WLFI mit der Krypto-Firma AB zusammen, die ein blockchain-basiertes Resort in Osttimor betrieb. Dessen Hauptanteilseigner Yang Jian und Geschäftsführer Yang Yanming wurden im Oktober 2023 von den USA sanktioniert. Sie sollen in einen Milliarden-Betrug im Zusammenhang mit Krypto-Scams verwickelt sein.
Die Verbindungen zu sanktionierten Personen und kriminellen Strukturen werfen weitere Fragen über die Seriosität von WLFI auf.