Hongkong – DAIMON Robotics, ein Pionier auf dem Gebiet der taktilen Robotik, hat kürzlich Daimon-Infinity veröffentlicht – das weltweit größte omni-modale Robotik-Dataset für physische KI. Das Dataset umfasst hochauflösende Tastsensorik und Daten aus über 80 realen Anwendungsszenarien, von der Wäschefalten im Haushalt bis zur präzisen Montage in der Industrie.

Das Projekt ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit mit Partnern wie Google DeepMind, der Northwestern University und der National University of Singapore. Es markiert einen strategischen Meilenstein für das erst zweieinhalb Jahre alte Unternehmen, das bereits mit seiner monochromatischen, visionbasierten Tastsensor-Technologie auf sich aufmerksam gemacht hat. Diese Sensoren packen über 110.000 effektive Sensoreinheiten in ein fingergroßes Modul und ermöglichen so eine bisher unerreichte Präzision bei der Erfassung von Berührungsdaten.

Um die Entwicklung von embodied AI – also KI-Systemen mit physischem Körper – voranzutreiben, stellt DAIMON Robotics zusätzlich 10.000 Stunden seiner gesammelten Daten unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung. Dies soll die Forschung und Entwicklung in der Robotik beschleunigen und die Integration taktiler Sensorik in Alltagsanwendungen ermöglichen.

Vision-Tactile-Language-Action: Die Zukunft der Robotersteuerung

Hinter der Initiative steht Prof. Michael Yu Wang, Mitgründer und Chief Scientist von DAIMON Robotics. Der renommierte Robotik-Experte, IEEE-Fellow und ehemalige Chefredakteur des IEEE Transactions on Automation Science and Engineering, hat mit seiner Vision-Tactile-Language-Action (VTLA)-Architektur die taktile Sensorik auf ein neues Niveau gehoben. Sein Ziel: Die bisher dominierende Vision-Language-Action (VLA)-Steuerung durch taktile Rückmeldung zu ergänzen und so die Manipulationsfähigkeiten von Robotern deutlich zu verbessern.

„Roboterhände sind heute oft noch ‚unempfindlich‘ – sie sehen zwar, was sie tun, aber sie spüren nicht, wie sie es tun“, erklärt Prof. Wang. „Mit VTLA bringen wir den Tastsinn auf Augenhöhe mit dem Sehsinn. Das ermöglicht eine bisher unerreichte Präzision bei der Handhabung von Objekten, sei es beim Greifen zerbrechlicher Gegenstände oder bei der präzisen Montage in der Industrie.“

Daimon-Infinity: Ein Meilenstein für die Robotik

Das neue Dataset Daimon-Infinity setzt neue Maßstäbe: Es umfasst Millionen von Stunden multimodaler Daten, ultrahochauflösende Tastfeedback-Daten, Szenarien aus über 80 realen Umgebungen und die Dokumentation von über 2.000 menschlichen Fähigkeiten. Damit bietet es eine bisher einzigartige Grundlage für die Entwicklung taktiler Roboterhände.

„Die Veröffentlichung dieses Datasets ist ein entscheidender Schritt, um die Forschung im Bereich der embodied Intelligence voranzutreiben“, betont Prof. Wang. „Indem wir unsere Daten der Öffentlichkeit zugänglich machen, ermöglichen wir es Entwicklern weltweit, neue Algorithmen und Anwendungen zu testen – von Servicerobotern in Hotels bis hin zu autonomen Systemen in Convenience-Stores.“

Erste Anwendungen: Wo Roboterhände bald zum Einsatz kommen

Prof. Wang sieht großes Potenzial für taktile Roboterhände in verschiedenen Branchen. Besonders in China könnten sie bereits in naher Zukunft in folgenden Bereichen eingesetzt werden:

  • Dienstleistungssektor: Serviceroboter in Hotels, Restaurants oder Krankenhäusern, die Gegenstände sicher greifen und transportieren können.
  • Einzelhandel: Autonome Systeme in Convenience-Stores, die Waren einräumen, Regale auffüllen oder Kunden bei der Produktauswahl unterstützen.
  • Industrie 4.0: Präzise Montagearbeiten in Fabriken, bei denen Roboterhände mit taktiler Sensorik komplexe Bauteile handhaben.
  • Haushalt: Roboter, die Wäsche falten, Geschirr spülen oder sogar kochen – dank Tastsinn ohne Gefahr für empfindliche Gegenstände.

„Die ersten Anwendungen werden dort entstehen, wo Roboter bereits heute im Einsatz sind, aber ihre Fähigkeiten durch fehlende Tastsensorik eingeschränkt sind“, so Prof. Wang. „Mit unserer Technologie können wir diese Lücke schließen und die nächste Generation intelligenter Roboter ermöglichen.“

Offene Daten für eine schnellere Innovation

Die Entscheidung, 10.000 Stunden der gesammelten Daten open-source zur Verfügung zu stellen, unterstreicht DAIMON Robotics‘ Engagement für eine offene und kollaborative Entwicklung. „Wir glauben, dass die Zukunft der Robotik nicht in proprietären Lösungen liegt, sondern in der gemeinsamen Weiterentwicklung von Technologien“, erklärt Prof. Wang. „Durch den freien Zugang zu unseren Daten können Forscher und Entwickler weltweit neue Ansätze testen und die Grenzen des Machbaren verschieben.“

Mit Daimon-Infinity und der VTLA-Architektur setzt DAIMON Robotics neue Maßstäbe für die Robotik. Die Kombination aus hochauflösender Tastsensorik, multimodalen Daten und einer offenen Innovationskultur könnte den Weg für eine neue Ära intelligenter, berührungsempfindlicher Roboter ebnen – und damit die Art und Weise, wie wir mit Maschinen interagieren, grundlegend verändern.