Moderater Kaffeekonsum stärkt die psychische Widerstandsfähigkeit
Eine aktuelle Studie des Journal of Affective Disorders legt nahe, dass der tägliche Konsum von zwei bis drei Tassen Kaffee das Risiko für Stress, Depressionen und Angststörungen senken kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Effekt besonders bei Männern ausgeprägt ist. Gleichzeitig war ein übermäßiger Kaffeekonsum mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen verbunden.
Wie die Studie durchgeführt wurde
Die Forscher analysierten Daten von 461.586 Teilnehmern aus der UK Biobank, die zu Beginn der Studie keine psychischen Erkrankungen aufwiesen. Über einen durchschnittlichen Zeitraum von 13,4 Jahren wurden die Angaben zum Kaffeekonsum mit späteren Diagnosen von Stress- und Stimmungsstörungen verglichen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der konsumierten Kaffeemenge und dem individuellen Risiko für psychische Probleme.
Unterschied zwischen Stimmungs- und Stressstörungen
- Stimmungsstörungen: Dazu zählen schwere und anhaltende emotionale Beeinträchtigungen wie Major Depression oder bipolare Störung.
- Stressstörungen: Diese entstehen durch überwältigenden Stress, sei es durch ein einzelnes traumatisches Ereignis oder langfristige Belastung. Beispiele sind posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Angststörungen und akute Belastungsstörung.
Experten bewerten die Ergebnisse
„Diese Erkenntnisse stimmen mit den pharmakologischen Wirkungen von Koffein überein, zusätzlich zu den möglichen Vorteilen der Polyphenole im Kaffee.“
„Ein moderater Kaffeekonsum kann die Stimmung, Energie und Stressresistenz verbessern. Wichtig ist jedoch, dass eine Tasse in den meisten Studien als 240 ml mit etwa 80 bis 100 mg Koffein definiert wird. Die Ergebnisse dieser Studie dürfen nicht so interpretiert werden, dass man täglich zwei bis drei Tassen à 600 ml trinken sollte.“
„Ein moderater Kaffeekonsum von etwa zwei bis drei Tassen pro Tag könnte mit einem leicht geringeren Risiko für Stimmungs- und Stressstörungen verbunden sein. Allerdings ist dies sehr individuell. Für manche Menschen kann Kaffee unterstützend wirken, für andere wiederum Angst, Schlaf und Stimmung verschlechtern.“
Fazit: Kaffee in Maßen genießen
Die Studie bestätigt, dass ein moderater Kaffeekonsum positive Effekte auf die psychische Gesundheit haben kann. Allerdings betonen die Experten, dass die Wirkung individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wer empfindlich auf Koffein reagiert oder unter Schlafstörungen leidet, sollte seinen Konsum entsprechend anpassen.