Am 18. April eskalierte ein Einsatz der Tierrechtsaktivisten vor dem Ridglan Farms in Wisconsin, einem Betrieb, der Beagles für biomedizinische Forschung züchtet. Die Gruppe Coalition to Save the Ridglan Dogs hatte zuvor bereits 30 Hunde aus dem Gelände befreit – doch der zweite Versuch, fast 2.000 Tiere zu retten, scheiterte an massiver Polizeigewalt.

Polizei setzt Tränengas und Gummigeschosse ein

Über 1.000 Aktivisten versammelten sich, um die Hunde zu befreien. Doch statt der erwarteten Rettung trafen sie auf eine massive Polizeiaktion. Beamte des Dane County Sheriff’s Office und weiterer Behörden setzten Tränengas, Pfefferspray, Gummigeschosse und sogar Stinger-Granaten ein – weniger tödliche Waffen, die bei Unruhen verwendet werden. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter eine Frau mit gebrochener Nase und ein 67-jähriger Navy-Veteran, der unter Polizeigewalt kaum atmen konnte.

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Einer der Aktivisten wurde bewusstlos geschlagen, ein anderer verlor einen Zahn. Eine Frau wurde gezielt mit Pfefferspray besprüht, nachdem ihr die Schutzbrille abgenommen wurde. Mehrere Verletzte mussten notärztlich behandelt werden. Augenzeugen berichten von brutaler Vorgehensweise der Einsatzkräfte.

Hintergrund: Warum Ridglan Farms in der Kritik steht

Ridglan Farms ist ein umstrittenes Unternehmen, das Beagles für Tierversuche züchtet. Staatliche Aufsichtsbehörden verzeichnen dort Hunderte Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen. Im März hatten Aktivisten bereits 30 Hunde befreit – 22 konnten in Pflegefamilien untergebracht werden, acht wurden von der Polizei zurückgebracht. Die Aktion löste eine bundesweite Debatte aus und erreichte sogar den Kongress.

Die Strategie der Aktivisten: Symbolische Aktionen mit großer Wirkung

Die Coalition to Save the Ridglan Dogs setzt auf spektakuläre Befreiungsversuche, um Aufmerksamkeit für das Leid der Versuchstiere zu schaffen. Ihr Ziel: Die Öffentlichkeit für die Missstände in der Tierversuchsforschung zu sensibilisieren. Doch der Einsatz in Wisconsin zeigt, wie schnell solche Aktionen eskalieren können.

„Es ist selten, dass die Tierrechtsbewegung nationale Aufmerksamkeit erhält. Doch wenn sie es schafft, wie hier mit Bildern von verletzten Aktivisten und misshandelten Hunden, dann wird das Thema unübersehbar.“

Forderungen und politische Reaktionen

Die Aktivisten fordern ein sofortiges Ende der Tierversuche an Ridglan Farms und strengere Kontrollen. Einige Politiker unterstützen ihre Forderungen, doch eine bundesweite Regulierung bleibt umstritten. Die Debatte über Tierversuche in der Forschung wird weitergehen – doch die Gewalt in Wisconsin hat gezeigt, wie polarisiert das Thema ist.

Quelle: Vox