Frühere, längere und stärkere Pollensaison
Wer dieses Jahr häufiger niest als sonst, hat einen Grund dafür: Die Pollensaison in den USA beginnt früher, hält länger an und ist intensiver. Verantwortlich sind wärmere Temperaturen und steigende CO₂-Werte, die die Pollenproduktion erhöhen. Noch besorgniserregender ist, dass immer mehr Erwachsene, die bisher keine Allergien hatten, plötzlich betroffen sind.
Warum die Symptome dieses Jahr stärker ausfallen
Nicht nur der frühe Beginn der Pollensaison ist problematisch – die Jahreszeiten vermischen sich. Bäume blühen gleichzeitig, was das Immunsystem dauerhaft aktiviert. Die Folge: anhaltende und stärkere Beschwerden. Schadstoffe in der Luft verstärken die Reizung zusätzlich. Ein weniger bekanntes Phänomen ist der "Gewitterasthma-Effekt": Bei Gewittern zerbrechen Pollen in winzige Partikel, die tief in die Lunge gelangen und schwere Asthmaanfälle auslösen können.
Allergien im Erwachsenenalter: Ein wachsendes Problem
Allergien sind keine angeborene Erkrankung. Plötzliche Symptome im Erwachsenenalter sind häufiger geworden – der Klimawandel trägt dazu bei. Wer dieses Jahr zum ersten Mal mit saisonalen Beschwerden zu kämpfen hat, sollte nicht automatisch von einer Erkältung ausgehen. Lisa Olson-Gugerty, Lehrbeauftragte für Public Health an der Syracuse University und praktizierende Familienkrankenschwester, gibt einen einfachen Tipp: Juckreiz deutet auf Allergien hin, Fieber und Gliederschmerzen auf eine Infektion.
Kinder leiden oft still – worauf Eltern achten müssen
Kinder reagieren besonders empfindlich auf hohe Pollenbelastung. Häufige Ohrinfektionen, Schlafstörungen oder Asthmaanfälle können darauf hindeuten. Da Kinder ihre Beschwerden oft nicht genau beschreiben können, sollten Eltern auf folgende Anzeichen achten:
- Mundatmung
- Ungewöhnliche Müdigkeit
- Reizbarkeit
- Dunkle Augenringe
Diese Symptome werden oft übersehen oder falsch gedeutet.
Der häufigste Fehler bei der Allergiebehandlung
Viele warten zu lange mit der Einnahme von Medikamenten. Olson-Gugerty betont: "Allergiemedikamente wirken am besten, wenn sie vor dem Höhepunkt der Symptome eingenommen werden. Wer sie nur bei Bedarf statt regelmäßig einnimmt, leidet unnötig."
"Die Pollensaison beginnt früher, dauert länger und ist intensiver – das Immunsystem bleibt dauerhaft aktiviert. Gleichzeitig steigt die Zahl der Erwachsenen mit neuen Allergien."
Quelle: Futurity