Bitcoin-Netzwerk zeigt kaum Aktivität – Preis bleibt stabil
Die Aktivität im Bitcoin-Netzwerk hat am 8. April einen Tiefstand erreicht, der seit 2016 nicht mehr verzeichnet wurde. Laut CryptoQuant sank die Anzahl aktiver Bitcoin-Adressen auf das niedrigste Niveau der letzten acht Jahre. Glassnode bestätigt diese Entwicklung mit einer aktuellen 24-Stunden-Auswertung von 661.313 aktiven Adressen – ein Wert, der bei einem Bitcoin-Preis von rund 78.000 US-Dollar eine ungewöhnliche Diskrepanz offenbart.
Institutionelle Investoren prägen den Markt
Die geringe Netzwerkaktivität spiegelt nicht zwangsläufig die Marktstimmung wider. Vielmehr hat sich die Marktstruktur grundlegend verändert: Ein wachsender Anteil des Bitcoin-Handels findet außerhalb der Blockchain statt. Institutionelle Anleger wie BlackRock mit ihrem ETF IBIT oder der CME mit Bitcoin-Futures ermöglichen Investoren den Zugang zu Bitcoin ohne direkte Transaktionen auf der Blockchain. Diese Instrumente hinterlassen keine Spuren in On-Chain-Daten wie denen von Glassnode.
Die Preisbildung erfolgt zunehmend in den Orderbüchern von ETFs und Futures-Märkten. Die traditionelle On-Chain-Analyse verliert damit an Aussagekraft, da ein großer Teil der Marktaktivität unsichtbar bleibt.
Rückgang der Retail-Nachfrage
Die On-Chain-Daten bestätigen einen deutlichen Rückgang der Nachfrage durch private Anleger. Der Accumulation Trend Score von Glassnode liegt bei 0, was auf eine Phase der Verteilung oder des Nicht-Akkumulierens hindeutet. Die Nachfrage bleibt weit unter den Werten, die typischerweise an nachhaltigen Marktböden zu beobachten sind.
Bis zum 8. April beschrieb Glassnode die Marktstimmung als subdued (gedämpft), mit geringer Überzeugung, schwacher Spot-Aktivität und dünner Derivate-Beteiligung. Diese Begriffe zeichnen das Bild eines vorsichtigen Marktes mit geringer Kaufbereitschaft.
Illiquide Bitcoin-Bestände steigen
Laut Glassnode befanden sich am 16. April rund 13,45 Millionen Bitcoin in illiquiden Händen – ein großer Teil des umlaufenden Angebots, der kaum zum Verkauf neigt. Diese hohe Illiquidität in Kombination mit wenigen aktiven Adressen deutet auf einen Markt hin, in dem sich nur wenige Coins in Bewegung setzen. Eine nachhaltige Nachfrage würde ein völlig anderes Signal erfordern, da unbewegliche Coins auf eine feste Angebotslage hindeuten.
ETF-Nachfrage stabil, On-Chain-Aktivität sinkt
Der Marktbericht von Glassnode vom 13. April zeigte, dass die ETF-Nachfrage stabil blieb, während die On-Chain-Aktivität abkühlte. Der Bitcoin-Preis stieg in dieser Woche um 51,7 %, und das Open Interest bei Futures stieg um 7,2 %. CoinShares meldete Zuflüsse von 1,1 Milliarden US-Dollar in digitale Asset-Produkte, davon 871 Millionen allein in Bitcoin – der höchste Wochenwert seit Anfang Januar.
Die Handelsvolumina beliefen sich auf 21 Milliarden US-Dollar und lagen damit deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von 31 Milliarden US-Dollar. Dies unterstreicht die enge Marktstruktur, in der Kapital zwar eintritt, die Teilnahme aber dünn bleibt.
Institutionen dominieren den Spot-Markt
Der Bericht von Glassnode vom 15. April zeigte, dass der Spot-Kauf durch Binance die Aktivitäten von Coinbase überstieg. Dies erschwert die Annahme, dass ausschließlich US-Institutionen den Markt übernehmen. Vielmehr deutet dies auf eine komplexere Verteilung der Marktmacht hin.
Fazit: Bitcoin-Markt im Wandel
Die geringe Netzwerkaktivität und der stabile Preis zeigen, dass sich der Bitcoin-Markt strukturell verändert hat. Während private Anleger an Interesse verlieren, gewinnen institutionelle Investoren an Einfluss. Die Preisbildung findet zunehmend außerhalb der Blockchain statt, was traditionelle On-Chain-Analysen weniger aussagekräftig macht. Der Markt bleibt vorsichtig und zeigt wenig Überzeugung, was auf eine Phase der Konsolidierung hindeutet.