Schlechte Zusammenarbeit: Hitman-DLC ohne Agent 47
Das Studio Build A Rocket Boy (BARB), bekannt für das kontroverse Spiel MindsEye, hat erneut Mitarbeiter entlassen. Betroffen sind sowohl leitende Angestellte als auch Entwickler. Der Anlass ist die gescheiterte Kollaboration mit IO Interactive für ein Hitman-DLC.
Ursprünglich sollte das DLC als Crossover-Mission erscheinen, in der Spieler:innen die Figur Julia Black steuern sollten – eine Figur, die an die Hitman-Reihe angelehnt war. Die Mission spielte in Redrock City, wo Black zwei Ziele ausschalten sollte. Die Handlung und die Präsentation der Mission deuteten klar auf eine Zusammenarbeit mit der Hitman-Reihe hin, insbesondere durch die Stimme von Diana Burnwood, der bekannten Handlerin von Agent 47.
IO Interactive bestätigte später, dass die Partnerschaft mit BARB bereits vor einigen Monaten beendet wurde. Das DLC sollte im Juni erscheinen, wurde jedoch vorzeitig veröffentlicht – und stark verändert. Sämtliche Hinweise auf Hitman, insbesondere Agent 47, wurden entfernt. Dennoch blieben Struktur und Inszenierung der Mission weitgehend erhalten.
DLC floppte – Studio reagiert mit Entlassungen
Der Misserfolg des DLCs führte nicht nur zu einer Welle der Kritik, sondern auch zu einer Meme-Welle. Als Reaktion darauf entließ BARB mehrere Mitarbeiter, darunter leitende Entwickler. Dies wurde unter anderem über LinkedIn bestätigt. Der Spieleentwickler James Tyler bestätigte seine Entlassung und sprach von "letzten Personalabbau-Maßnahmen".
Dies ist bereits die zweite Runde von Entlassungen bei BARB innerhalb kurzer Zeit. Zuvor hatte der CEO des Studios, David Kaye, externe Sabotage als Grund für das Scheitern von MindsEye genannt. Er behauptete, das Spiel sei nicht wegen schlechter Qualität durchgefallen, sondern aufgrund von "internen und externen Sabotageakten".
Überambitioniert und überbeworben: Die Fehler von MindsEye
Bereits im vergangenen Sommer wurde MindsEye als überambitioniertes und überbeworbenes Spiel kritisiert, das seine Ziele verfehlte. Statt die eigenen Fehler zu analysieren, wurden externe Faktoren für das Scheitern verantwortlich gemacht. Dies verhindert jedoch, dass das Studio aus den Fehlern lernt und ähnliche Projekte in Zukunft vermeidet.
Ob BARB aus diesen Erfahrungen lernt, bleibt abzuwarten. Die Zukunft des Studios ist ungewiss, und es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Projekte nicht das gleiche Schicksal erleiden.
"Die Entlassungen sind ein weiteres Zeichen für die anhaltenden Probleme bei BARB. Statt die Verantwortung für das Scheitern zu übernehmen, werden externe Faktoren verantwortlich gemacht."