Preiskrieg trotz Warnungen der Regierung
Trotz wiederholter Appelle der chinesischen Behörden, einen ruinösen Preiskampf zu beenden, verschärfen Autohersteller wie BYD ihre Rabattaktionen. Im März senkte BYD die Preise seiner Modelle im Schnitt um 10%. Geely und Chery zogen mit noch stärkeren Nachlässen von bis zu 15% nach – und halten diese seit Monaten aufrecht.
Überkapazitäten treiben die Preisspirale
Die Ursache liegt in der chronischen Überproduktion: 2023 wurden in China rund 23 Millionen Fahrzeuge verkauft, doch die Produktionskapazitäten liegen bei 55,5 Millionen Einheiten pro Jahr. Um die Überkapazitäten abzubauen, setzen Hersteller zunehmend auf Exportmärkte. Allein im vergangenen Monat verdoppelten sich die chinesischen Elektroauto-Exporte.
Regulierungsdruck erhöht die Kosten
Die Regierung verschärft nun die Kontrolle über die Branche. Hersteller müssen Rechnungen schneller begleichen – statt wie bisher monatelang zu stunden. Diese Maßnahme soll die Liquidität der Zulieferer sichern, belastet aber die Bilanzen der Autohersteller. Bei BYD stieg dadurch das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital auf 25%.
„Für die Kunden scheint es gut zu sein, doch die Hersteller verlieren Geld. Das schadet dem gesamten System.“
Regierung fordert „Rektifizierung“ des Wettbewerbs
Vor fast einem Jahr trafen sich Vertreter der Regierung mit Führungskräften von über einem Dutzend Autoherstellern, um vor den Folgen eines Preiskriegs zu warnen. Die Marktaufsicht forderte eine „umfassende Korrektur der ‚involutionären‘ Konkurrenz“ – ein Begriff, den Premierminister Li Qiang für selbstzerstörerische Wettbewerbsmechanismen geprägt hat. Doch die Branche ignoriert die Warnungen weiterhin.
Experten warnen vor den langfristigen Folgen: Sinkende Margen, Insolvenzrisiken für schwächere Hersteller und eine weitere Schwächung des inländischen Marktes. Die Preisspirale dreht sich weiter – zum Nachteil aller Beteiligten.