Chrysler-Händler in den USA erhielten kürzlich einen ersten Eindruck von einem neuen, kostengünstigen Modellkonzept. Der Name Pronto deutet auf eine Rückkehr zu erschwinglichen Fahrzeugen hin, die an frühere Modelle wie den Neon oder den PT Cruiser anknüpfen könnten.
Laut Dave Kelleher, einem Chrysler-Händler aus Pennsylvania, präsentierte Stellantis bereits im vergangenen Herbst das Pronto-Konzept. Die Preise könnten bei etwa 20.000 Dollar beginnen. Eine Serienproduktion steht jedoch noch nicht fest. Zudem wurden Händlern weitere günstige Modelle für die Marken Jeep und Dodge gezeigt, ohne dass Details bekannt gegeben wurden.
Kelleher betonte die Bedeutung erschwinglicher Fahrzeuge für das Überleben der Marke:
„Die meisten Händler verdienten ihr Geld mit Modellen wie dem Neon, Sundance, Acclaim oder Spirit – Autos, die für viele erschwinglich waren und sich gut finanzieren ließen. Diese Tradition haben wir verloren.“
Der neu ernannte Chrysler-CEO Matt McAlear bestätigte, dass Stellantis die Notwendigkeit günstigerer Fahrzeuge erkannt hat. Dies gelte nicht nur für Chrysler, sondern für alle Marken des Konzerns:
„Das ist definitiv Teil der Zukunft von Chrysler und aller unserer Marken. Wir wissen, dass wir hier nachbessern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Interessanterweise ist der Name Pronto nicht neu für Chrysler. Bereits in den 1990er-Jahren gab es Studien wie den Plymouth Pronto (1997) oder den Chrysler Pronto Cruizer (1999), die später in den PT Cruiser mündeten. Der Plymouth Pronto Spyder (1998) war dagegen ein Konzept für ein „exotisches, aber erschwingliches europäisches Sportcoupé“.
Chrysler am Scheideweg: Einzige Modellpalette ist die Pacifica
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Chrysler dringend neue Modelle benötigt. In den letzten Jahren bestand das Portfolio der Marke fast ausschließlich aus dem Pacifica. Der Voyager, eine abgespeckte Version für Flotten und preisbewusste Käufer, wurde bereits eingestellt. Mit dem überarbeiteten Pacifica 2027 bleibt Chrysler nun nur noch ein einziges Modell – ein Minivan als alleinige Repräsentanz einer einstigen Automobilikone.
Der ehemalige Chrysler-Chef Chris Feuell hatte zuvor einen Hybrid-Crossover für 2027 angekündigt – genau die Art von Fahrzeug, die die angeschlagene Marke dringend bräuchte. Doch seit Feuells Abgang und der Ernennung von McAlear ist dieses Projekt kaum noch thematisiert worden. McAlear hält sich bedeckt, betont aber die Bedeutung von Erschwinglichkeit:
„Wir haben eine positive Einstellung zur Marke. Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir haben bereits mit unserem nationalen Händlerrat darüber gesprochen und freuen uns, die Pläne am 21. Mai vorzustellen.“