Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sieht sich mit wachsendem Widerstand konfrontiert. Sein handverlesener Kandidat für den Kampf gegen die republikanische Senatorin Susan Collins in Maine musste die Vorwahl vorzeitig aufgeben. Dies markiert einen weiteren Rückschlag für Schumer in einem zunehmend eskalierenden Konflikt innerhalb der Partei.
Progressive Kräfte gewinnen an Einfluss
Während moderate Demokraten befürchten, dass radikale Kandidaten mit unpopulären Positionen die Siegchancen in entscheidenden Senatswahlen gefährden, argumentieren progressive Kräfte, dass die Parteiführung auf veraltete Erfolgsrezepte setzt. Die Spannungen zwischen den Lagern verschärfen sich, wie die jüngsten Entwicklungen in mehreren Bundesstaaten zeigen.
Die wichtigsten Vorwahlen im Überblick
- Michigan: Die etablierte Demokratin Haley Stevens gilt als Favoritin der Parteiführung. Sie liegt in Umfragen jedoch knapp vor Abdul El-Sayed, einem ehemaligen Gesundheitsbeamten mit Unterstützung von Bernie Sanders, und der progressiven Staats-Senatorin Mallory McMorrow.
- Minnesota: Die Vizegouverneurin Peggy Flanagan, eine progressive Stimme, führt in den Umfragen vor der als zu moderat geltenden Amtsinhaberin Angie Craig. Flanagan wirft Craig vor, in der Migrationspolitik zu lasch zu sein.
- Iowa: Schumer setzt auf den Paralympics-Sieger Josh Turek, doch sein progressiver Konkurrent Zach Wahls konnte im ersten Quartal ähnlich viel Spendengelder einsammeln. Aktuelle Umfragen zeigen Turek zwar vorne, doch Wahls gilt als gefährlicher Herausforderer.
Schumers Erfolge und die drohende Spaltung
Trotz der Rückschläge in Maine und den anstehenden Konflikten hat Schumer in anderen Bundesstaaten wie Ohio, Alaska und North Carolina erfolgreiche Kandidaten rekrutiert. Ehemalige Senatoren und Gouverneure wie Sherrod Brown, Mary Peltola und Roy Cooper gelten als starke Hoffnungsträger für die Partei.
Doch die interne Zerrissenheit bleibt ein Risiko.
„Wer Zeit vor Ort in Iowa, Michigan oder Minnesota verbringt, wird die Wut und Intensität der demokratischen Vorwahl-Wähler spüren – etwas, das viele in Washington überhaupt nicht begreifen.“Dies erklärte Bill Neidhardt, ein demokratischer Strategie-Berater, gegenüber Axios. Die Parteiführung unterschätze die Stimmung in der Basis, so Neidhardt.
Die Demokratische Senatskampagnenkommission (DSCC) betont indes, sich auf das übergeordnete Ziel zu konzentrieren: „Unser Fokus liegt darauf, im November eine demokratische Senatsmehrheit zu sichern.“ Die Strategie der DSCC umfasse die Rekrutierung starker Kandidaten, die Ausweitung des Wahlkampfraums und die Schwächung republikanischer Gegner. „Wir sind zuversichtlich, dass diese Maßnahmen zum Sieg führen werden.“