Auf der Beijing Auto Show hat der chinesische Automobilhersteller Dongfeng kürzlich ein neues Konzeptfahrzeug vorgestellt: den EQ-REBORN. Das SUV wird als „intelligenter Leicht-Offroader“ beworben und soll an den legendären Militär-LKW EQ240 aus dem Jahr 1975 anknüpfen. Doch die Realität sieht anders aus.

Design-Übernahmen oder reiner Zufall?

Während Dongfeng betont, mit dem EQ-REBORN an seine militärische Vergangenheit anzuknüpfen, fällt der Blick auf die Details: Boxy-Proportionen, Pixel-Lichter, Offroad-Elemente – das Design erinnert stark an den neuen Scout Traveler, den Scout Motors erst kürzlich präsentiert hat. Selbst die Frontpartie, die Seitenlinie und das Dachdesign wirken wie eine direkte Kopie.

Experten sind sich einig: Die Ähnlichkeiten gehen weit über zufällige Design-Überschneidungen hinaus. Bluff-Nase, flache Seiten, schwebende Dachkonstruktion und aufrechte Fensterlinie – all diese Merkmale finden sich sowohl beim EQ-REBORN als auch beim Scout Traveler. Selbst die moderne Offroad-Pose des Konzepts passt eher zu einem Freizeitfahrzeug als zu einem Militärtransporter.

Marketing oder bewusste Täuschung?

Dongfeng rechtfertigt das Design mit Verweis auf den EQ240, doch viele Beobachter sehen darin eher Marketingfloskeln. Die Ähnlichkeiten sind zu offensichtlich, um als bloße Inspiration durchgehen zu können. Bisher hat der Hersteller weder technische Daten noch detaillierte Innenraumkonzepte veröffentlicht – stattdessen setzt man auf eine KI-generierte Präsentation, die wenig über die tatsächlichen Fähigkeiten des Fahrzeugs verrät.

Die Frage bleibt: Handelt es sich um eine bewusste Design-Übernahme oder um eine unglückliche Koinzidenz? Die Antwort darauf könnte auch rechtliche Konsequenzen haben, da Designschutz eine zentrale Rolle in der Automobilbranche spielt.

Scout Motors zwischen Herausforderungen und Konkurrenz

Die Enthüllung des EQ-REBORN kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Scout Motors selbst mit Herausforderungen kämpft. Die Produktion des neuen Scout Traveler verzögert sich, während Dongfeng bereits ein fast identisches Design präsentiert und damit potenzielle Kunden anspricht. Ein Verkauf in den USA ist jedoch unwahrscheinlich – selbst bei einer schnellen Markteinführung.

Fazit: Ob Hommage oder Plagiat – die Debatte um den EQ-REBORN zeigt einmal mehr, wie schwer es ist, in der globalen Automobilbranche zwischen Inspiration und Nachahmung zu unterscheiden. Während Dongfeng auf sein militärisches Erbe pocht, sehen viele Beobachter klare Design-Übernahmen. Die Zukunft wird zeigen, ob es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt.

Quelle: CarScoops