Luis von Ahn, CEO des Sprachlernanbieters Duolingo, veröffentlichte im vergangenen Jahr ein internes Memo zum Thema KI – ohne zu ahnen, dass es eine virale Diskussion auslösen würde. Nun reflektiert er offen über seine Einschätzungen, die Fehleinschätzungen und die Lehren aus der öffentlichen Kritik. Seine Aussagen werfen ein Licht auf die tatsächlichen Grenzen von KI, aber auch auf die Herausforderungen moderner Bildungstechnologie.

Dies ist eine gekürzte Fassung eines Interviews aus der Podcast-Reihe Rapid Response, moderiert von Bob Safian, ehemaliger Chefredakteur des Fast Company. Die Serie, produziert vom Team hinter Masters of Scale, bietet ungeschönte Gespräche mit Führungskräften, die aktuelle Geschäftsprobleme lösen müssen.

Wie lernt man am besten über KI?

Safian fragt von Ahn, ob es aus Duolingos Ansatz zum Sprachenlernen Lehren für den Umgang mit KI-Technologien gibt. Dieser antwortet:

„Es muss nicht unbedingt Spaß machen. Wichtig ist, dass es Menschen motiviert. Bei Duolingo setzen wir auf spielerische Elemente – aber das ist nicht der einzige Weg. Motivation entsteht auch durch sichtbare Erfolge. Wer KI lernen will, sollte vielleicht direkt ein eigenes Dashboard erstellen. Wenn man die richtige Motivation findet, fällt das Lernen leichter.“

Das umstrittene KI-Memo und seine Folgen

Vor einem Jahr verschickte von Ahn ein internes Rundschreiben mit strengen KI-Regeln: Neue Stellen sollten nur besetzt werden, wenn Teams nachweisen konnten, dass KI die Aufgabe nicht übernehmen kann. Bestehende Mitarbeiter wurden auf ihre KI-Nutzung überprüft. Die Reaktionen waren heftig – sowohl in sozialen Medien als auch am Aktienmarkt.

Von Ahn räumt ein: „Das war riskanter, als ich dachte.“ Intern sei die Maßnahme nicht auf Widerstand gestoßen. Duolingo sei schließlich ein Technologieunternehmen, und er selbst habe an der Carnegie Mellon University KI unterrichtet. Doch extern fehlte der Kontext. Viele deuteten das Memo als Ankündigung von Entlassungen – was nie die Absicht war.