Hormuz-Krise löst globale Versorgungsprobleme aus

Die anhaltende Krise im Persischen Golf wirkt sich nicht nur auf Öl- und Gaspreise aus. Die Sperrung der Straße von Hormuz führt zu Engpässen bei Rohstoffen, die für die Energiewende und die Batterieproduktion entscheidend sind. Schwefelsäure, ein unverzichtbarer Grundstoff für die Herstellung von Batterien und erneuerbaren Energietechnologien, wird knapp.

Schwefelsäure: Der unsichtbare Engpassfaktor

Schwefelsäure wird zur Raffination von Metallen wie Kupfer, Kobalt, Nickel und Lithium benötigt – allesamt Schlüsselkomponenten für Elektrofahrzeuge, Solarmodule und Windkraftanlagen. Etwa die Hälfte des weltweit per Schiff transportierten Schwefels stammt aus dem Nahen Osten, wie das Marktforschungsunternehmen Argus Media berichtet. Seit Beginn der Krise ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz jedoch stark eingeschränkt.

Die Folgen sind bereits spürbar: China, der größte Exporteur von Schwefelsäure, hat seine Ausfuhren reduziert. Alvin Camba, Experte des Atlantic Council, warnt:

"Schwefelsäure ist ein unverzichtbarer Input für die Herstellung erneuerbarer Energiematerialien wie Siliziumwafer in Solarmodulen, Nickel, Kobalt und Seltene Erden in Windturbinen und E-Auto-Motoren sowie Kupferkabel in Stromnetzen und Transformatoren."

Indonesien besonders betroffen

Das südostasiatische Land, das 60 % der weltweiten Nickelproduktion verantwortet, verfügt nur über etwa einen Monat Vorrat an Schwefel. Analysten von Morgan Stanley prognostizieren:

"Wir gehen davon aus, dass der Energieschock über die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz hinaus nachwirken wird. Er wird die Brennstoffmärkte weiter verknappen, die Kostenkurve für indonesisches Nickel anheben und die Raffineriemargen in Asien erhöhen."

Höhere Energiepreise wirken sich auf die gesamte Lieferkette aus – von Nahrungsmitteln über Technologie bis hin zu Batterien. Die Krise zeigt, wie anfällig globale Lieferketten für geopolitische Spannungen sind und welche Herausforderungen die Energiewende mit sich bringt.

Ausblick: Langfristige Folgen für Märkte und Technologien

  • Batteriepreise steigen: Engpässe bei Schwefelsäure könnten die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien verteuern und damit den Ausbau der E-Mobilität bremsen.
  • Erneuerbare Energien betroffen: Auch die Herstellung von Solarzellen und Windkraftanlagen ist von Lieferengpässen bedroht.
  • Geopolitische Abhängigkeiten: Die Krise unterstreicht die Notwendigkeit, alternative Lieferwege und lokale Produktionskapazitäten aufzubauen.

Experten warnen, dass die aktuellen Probleme nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Versorgungsrisiken sind, solange die globale Abhängigkeit von wenigen Schlüsselregionen besteht.