Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat die Veröffentlichung mehrerer Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von COVID-19- und Gürtelrose-Impfstoffen gestoppt. Betroffen sind dabei sowohl bereits begutachtete als auch geplante Forschungsarbeiten, die auf Millionen von Patientendaten und Steuergeldern basieren.

Laut einem Bericht der New York Times wurden zwei COVID-19-Impfstoff-Studien im Oktober 2025 kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen. Zudem verweigerte die FDA die Freigabe für zwei Sicherheitsstudien zum Gürtelrose-Impfstoff Shingrix, die eigentlich auf einer Fachkonferenz präsentiert werden sollten. Die Begründung: Bedenken hinsichtlich der Schlussfolgerungen der Studien.

Das US-Gesundheitsministerium (HHS), dem die FDA untersteht, bestätigte die Blockade, äußerte sich jedoch nicht weiter dazu. Ein Sprecher des HHS erklärte gegenüber der New York Times, die Studien seien aufgrund methodischer oder inhaltlicher Zweifel zurückgehalten worden.

Experten kritisieren die Entscheidung scharf

Mediziner und Wissenschaftler zeigen sich alarmiert. Dr. Robert Glatter, Notfallmediziner am Lenox Hill Hospital in New York, bezeichnete die Blockade als gefährlich:

„Die Unterdrückung solcher Studien hat schwerwiegende Folgen für die öffentliche Gesundheit. Geheimhaltung kann nach hinten losgehen – besonders bei einer ohnehin skeptischen Öffentlichkeit.“

Dr. Monica Gandhi, Professorin für Medizin an der Universität von Kalifornien in San Francisco, betonte die Bedeutung der Studien:

„Die COVID-19-Impfstoff-Studien waren bereits peer-reviewed und hätten der Öffentlichkeit wichtige Sicherheitssignale liefern können.“

Dr. William Schaffner, Infektiologe an der Vanderbilt University, ergänzte:

„Beide Impfstoffe werden weltweit eingesetzt. Transparenz ist entscheidend, damit Fachleute die Daten prüfen und bewerten können.“

Mögliche politische Einflüsse im Raum

Hintergrund der Entscheidung könnte die umstrittene Haltung des ehemaligen Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. sein, der für seine ablehnende Haltung gegenüber Impfungen bekannt ist. Kritiker vermuten, dass politische Interessen die wissenschaftliche Unabhängigkeit der FDA beeinträchtigen.

Die Blockade wirft grundsätzliche Fragen auf: Warum werden unabhängige Studien zurückgehalten, obwohl sie auf solider Datenbasis beruhen? Und welche Konsequenzen hat dies für das Vertrauen in Impfprogramme?

Experten fordern mehr Transparenz und warnen davor, dass Geheimhaltung Misstrauen schüre – besonders in einer Zeit, in der Impfskepsis bereits ein großes Problem darstellt.

Quelle: Healthline