Die US-Wirtschaft zeigt eine immer deutlicher werdende K-förmige Entwicklung: Während die Ausgaben von Haushalten mit hohem Einkommen stark steigen, bleiben Geringverdiener zurück. Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of New York bestätigt diesen Trend und warnt vor den damit verbundenen Risiken.
Ungleiche Erholung nach der Pandemie
Seit Beginn des Jahres 2023 wächst der reale Einzelhandelsumsatz in den USA ungleichmäßig. Während Haushalte mit einem Jahreseinkommen von über 125.000 US-Dollar ihre Ausgaben um etwa 7,6 % steigern konnten, lag das Wachstum bei mittleren Einkommen bei rund 3 % und bei Geringverdienern (unter 40.000 US-Dollar) bei nur 1 %. Vor der Pandemie hatten Geringverdiener noch höhere Ausgabensteigerungen verzeichnet als wohlhabende Haushalte.
Inflation und Vermögensentwicklung treiben die K-Form
Die Studie zeigt, dass die K-förmige Wirtschaft nicht allein durch Lohnwachstum erklärt werden kann. Vielmehr spielen Vermögenswerte und Inflation eine entscheidende Rolle. Seit 2023 ist das Nettovermögen der reichsten 1 % der US-Haushalte um über 25 % gestiegen – hauptsächlich durch Wertsteigerungen an den Finanzmärkten. Die mittleren 40 % der Haushalte verzeichneten dagegen ein Wachstum von weniger als 10 %.
"Die starke Abhängigkeit von einer einzigen Einkommensgruppe birgt Risiken für die Stabilität des Konsums. Ein Rückgang der Finanzmärkte könnte die Ausgaben der Wohlhabenden stark beeinträchtigen und die gesamte Wirtschaft treffen."
Forscher der Federal Reserve Bank of New York
Geringverdiener besonders betroffen
Geringverdiener leiden nicht nur unter der Inflation, sondern auch unter dem Wegfall staatlicher Hilfsprogramme nach der Pandemie. Ihre Kaufkraft bleibt schwach, während wohlhabende Haushalte von steigenden Vermögenswerten profitieren. Die Studie warnt, dass diese Entwicklung die Wirtschaft anfälliger für Schocks macht.
Kritische Stimmen zur K-förmigen Wirtschaft
Einige Ökonomen, wie die von Pantheon Macroeconomics, argumentieren, dass die reichsten Haushalte seit 25 Jahren konstant etwa 40 % des gesamten Konsums ausmachen. Dies widerspricht nicht der Studie der Fed, wirft aber die Frage auf, ob die aktuelle Entwicklung eine neue Schwäche oder ein langjähriges Merkmal der US-Wirtschaft ist.
Fazit: Wirtschaftliche Spaltung bleibt ein Risiko
Die Studie der Federal Reserve Bank of New York unterstreicht, dass die K-förmige Wirtschaftslage real ist und tiefgreifende Auswirkungen auf die Stabilität des US-Wirtschaftswachstums hat. Während die Ausgaben der Wohlhabenden die Konjunktur stützen, bleiben Geringverdiener anfällig für weitere wirtschaftliche Belastungen. Die Forscher betonen, dass eine mögliche Korrektur an den Finanzmärkten die Konsumdynamik empfindlich stören könnte.