CDC schlägt Alarm: Resistente Shigella-Infektionen steigen
Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hat vor einem gefährlichen, multiresistenten Bakterium gewarnt, das in den USA auf dem Vormarsch ist. Laut einem aktuellen Bericht des Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR) vom 9. April nehmen Infektionen mit extensiv resistenten (XDR) Shigella-Stämmen zu.
Shigella-Bakterien verursachen die Durchfallerkrankung Shigellose. Die resistenten Varianten sind gegen fünf gängige Antibiotika unempfindlich: Ampicillin, Azithromycin, Ceftriaxon, Ciprofloxacin und Trimethoprim-Sulfamethoxazol. Besonders besorgniserregend: Für XDR-Shigella gibt es derzeit keine zugelassenen oralen Antibiotika in den USA.
Zunahme um 8,5 % in nur acht Jahren
Die CDC analysierte 16.788 Shigella-Isolate aus den Jahren 2011 bis 2023. Während zwischen 2011 und 2015 noch keine resistenten Stämme nachgewiesen wurden, stieg der Anteil der XDR-Fälle bis 2023 auf 8,5 % an. Insgesamt verursacht Shigella jährlich rund 450.000 Infektionen in den USA.
„Antibiotikaresistenzen sind ein globales Problem, da Antibiotika weltweit übermäßig und unsachgemäß eingesetzt werden.“
– William Schaffner, MD, Professor für Präventivmedizin und Infektionskrankheiten
Wer ist besonders betroffen?
Früher betrafen Shigella-Infektionen vor allem Kinder und waren meist mit Reisen ins Ausland verbunden. Doch die aktuelle Datenlage zeigt ein anderes Bild:
- Betroffen sind vor allem erwachsene Männer (Durchschnittsalter: 41 Jahre).
- Die meisten Infektionen werden innerhalb der USA erworben – nur 23,8 % der Patienten hatten in den letzten Monaten eine Reise unternommen.
- Die Übertragung erfolgt häufig durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder direkten Kontakt mit Erkrankten.
Wie verbreitet sich Shigella?
Shigella-Bakterien werden über fäkale Verunreinigungen übertragen. Schon winzige Mengen können eine Infektion auslösen. Typische Übertragungswege sind:
- Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser
- Körperkontakt mit Erkrankten (z. B. in Haushalten oder Gemeinschaftseinrichtungen)
- Sexuelle Kontakte mit infizierten Personen
Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr warnt die CDC vor einer weiteren Ausbreitung der resistenten Stämme. Besonders gefährdet sind Personen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen und Kinder.
Wie schützt man sich vor Shigella?
Die CDC empfiehlt folgende Maßnahmen zur Vorbeugung:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife (mindestens 20 Sekunden), besonders nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit möglicherweise kontaminierten Oberflächen.
- Vorsicht bei Lebensmitteln: Obst und Gemüse gründlich waschen, rohe Lebensmittel meiden, auf Hygiene in der Küche achten.
- Vermeiden von Risikokontakten: Kein enger Körperkontakt mit Erkrankten, keine gemeinsamen Handtücher oder Utensilien nutzen.
- Aufklärung über Übertragungswege, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Pflegeheimen.
Da es derzeit keine wirksamen oralen Antibiotika gegen XDR-Shigella gibt, gewinnt die Prävention an Bedeutung. Die CDC betont, dass eine stärkere Überwachung und gezielte Aufklärung notwendig sind, um die Ausbreitung einzudämmen.
Fazit: Keine Panik, aber Wachsamkeit
Während die resistenten Shigella-Stämme eine ernstzunehmende Bedrohung darstellen, ist das Risiko für die meisten gesunden Menschen überschaubar. Dennoch mahnt die CDC zur Vorsicht, insbesondere in Risikogruppen. Hygienemaßnahmen sind der beste Schutz – Antibiotika können bei XDR-Shigella nicht mehr helfen.