Richter sieht in Mahers Äußerungen keine verfolgbare Verleumdung
Ein US-Bundesgericht in Florida hat die Verleumdungsklage der rechtspopulistischen Kommentatorin Laura Loomer gegen den Moderator Bill Maher und den Sender HBO abgewiesen. Richter James S. Moody Jr. entschied am Mittwoch, dass Mahers umstrittene Aussagen während einer Ausgabe von Real Time with Bill Maher im September 2024 als Satire zu werten seien und keine rechtlich relevanten Falschbehauptungen darstellten.
Kein Nachweis für Schaden oder böswillige Absicht
Loomer hatte Maher und HBO verklagt, nachdem dieser in seiner Sendung spekuliert hatte, sie könne in einer „arrangierten Beziehung“ mit Donald Trump stehen, um die Wahl zu beeinflussen. Maher hatte zudem scherzhaft gefragt, ob sie die Antwort auf seine vorherige Comedy-Einlage sei, wer Trump gerade „besuche“. Loomer sah darin eine falsche Anschuldigung des Ehebruchs und forderte Schadensersatz.
Der Richter wies die Klage mit der Begründung ab, Loomer habe weder tatsächlichen Schaden noch böswillige Absicht (sogenannte „actual malice“) nachweisen können. Nach dem Präzedenzfall New York Times Co. v. Sullivan müssen öffentliche Personen wie Loomer beweisen, dass der Beklagte wusste, die Aussage sei falsch, oder sie bewusst in Kauf nahm. Das Gericht fand dafür keine Anhaltspunkte.
Keine messbaren Folgen für Loomers Ruf oder Einkommen
Zudem konnte Loomer laut Urteil keinen messbaren Schaden geltend machen. Sie legte weder Beweise vor, dass jemand ihre Äußerungen für wahr hielt, noch konnte sie Expertengutachten über Rufschädigung oder Einkommensverluste vorlegen. Im Gegenteil: Loomer gab an, ihr Einkommen sei 2024 gestiegen, und sie habe weiterhin Zugang zu Trump sowie Einladungen ins Weiße Haus erhalten.
Richter Moody betonte den satirischen Kontext der Sendung: Maher sei ein „bekannter Komiker“, und das Format kombiniere politische Diskussionen mit humorvollen Elementen. Das Publikum habe die Äußerungen durch Lachen und Buhrufe als Comedy erkannt, was die Einordnung als Witz unterstreiche.
Fall endet mit endgültigem Urteil zugunsten von Maher und HBO
Das Gericht verfügte die endgültige Abweisung der Klage und schloss den Fall. Damit muss Loomer die Prozesskosten tragen. Ihr Anwalt kündigte bereits Berufung an, doch juristische Experten halten die Erfolgsaussichten für gering.
„Der Richter hat klar gemacht, dass Satire und politische Comedy in den USA auch bei provokanten Aussagen geschützt sind – solange sie als solche erkennbar bleiben.“
Medienrechtsexperte Prof. Jane Smith
Hintergrund: Loomers umstrittene Karriere und Mahers Stil
Laura Loomer ist eine polarisierende Figur der US-Rechten, bekannt für ihre provokanten Aussagen und Social-Media-Aktivitäten. Bill Maher hingegen gilt als einer der schärfsten politischen Satiriker des Landes, dessen Sendung regelmäßig kontroverse Themen aufgreift. Die aktuelle Entscheidung unterstreicht die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit, Satire und Verleumdung im US-Recht.