RFK Jr. wirbt für radikale Sparpläne – doch der Widerstand wächst

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat in der vergangenen Woche versucht, seinen umstrittenen Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2027 vor dem Kongress zu rechtfertigen. Doch die Reaktionen der Abgeordneten fallen durchweg negativ aus. Sein Plan sieht vor, die Ausgaben des US-Gesundheitsministeriums (HHS) um 12,5 Prozent oder 15,8 Milliarden US-Dollar gegenüber 2026 zu kürzen.

Die größten Einschnitte im Detail

  • National Institutes of Health (NIH): 5 Milliarden Dollar weniger – trotz eines verbleibenden Budgets von rund 41 Milliarden Dollar. Die Zahl der Institute und Zentren soll von 27 auf 22 reduziert werden.
  • Programm zur Energiehilfe für einkommensschwache Haushalte (LIHEAP): Komplett gestrichen – Einsparung von 4 Milliarden Dollar.
  • Zusammenlegung mehrerer Gesundheitsbehörden: Bildung der neuen Administration for a Healthy America (AHA), was weitere 5 Milliarden Dollar einsparen soll.

Kennedy verteidigt Reformen mit Effizienzargumenten

Kennedy begründete die Umstrukturierung vor dem Senatsausschuss für Gesundheit, Arbeit und Renten mit den Worten:

„Als ich mein Amt antrat, gab es beim HHS neun separate Büros für Frauengesundheit, acht für Minderheiten, 27 HIV-Programme, 59 Programme für psychische Gesundheit, 40 Opioid-Programme, 42 Programme für Müttergesundheit – und das sind nur einige Beispiele. Keine dieser Stellen kommunizierte miteinander. Das war ein gefundenes Fressen für Reformen, um die Behörde effizienter zu gestalten.“

Demokraten warnen vor dramatischen Folgen

Trotz Kennedys Effizienzargumenten lehnen vor allem demokratische Abgeordnete die Pläne strikt ab. Senatorin Patty Murray (D-Wash.) warnte vor „verzögerten Heilungschancen, gestrichenen Studien und verlorener Hoffnung für schwerkranke Patienten“.

Abgeordneter Richard Neal (D-Mass.) bezeichnete die geplanten Kürzungen als „nicht im Sinne amerikanischer Familien“. Auch Rosa DeLauro (D-Conn.), ranghöchste Demokratin im Haushaltsausschuss, lehnte die Pläne kategorisch ab: „Das werden wir nicht zulassen.“

Experten zweifeln an Nutzen staatlicher Gesundheitsausgaben

Kritiker wie Michael Cannon, Direktor für Gesundheitsstudien am Cato Institute, hinterfragen den Nutzen staatlicher Gesundheitsprogramme: „Jedes Mal, wenn jemand eine staatliche Maßnahme vorschlägt, heißt es, sie rette Leben – doch Beweise dafür bleiben meist aus.“

Historisch betrachtet spielte der Bund lange eine untergeordnete Rolle in der Forschungsfinanzierung. Vor dem Zweiten Weltkrieg finanzierte die Regierung nur etwa ein Fünftel der nationalen Forschung und Entwicklung. Viele Erfolge – etwa die Entdeckung des Gelbfieber-Impfstoffs – gingen auf private Initiativen zurück. Heute dominiert zwar der private Sektor die medizinische Forschung, doch das HHS hat seine Ausgaben und Einflussbereiche massiv ausgeweitet – parallel zum Anstieg der Staatsverschuldung.

Fazit: Politischer Grabenkampf um Gesundheitsbudget

Während Kennedy auf Effizienz und Haushaltskonsolidierung pocht, fürchten Gegner der Pläne Rückschritte in der Gesundheitsversorgung. Die Debatte zeigt, wie tief die Gräben zwischen Sparbefürwortern und Befürwortern staatlicher Gesundheitsprogramme sind. Eine Einigung scheint derzeit unwahrscheinlich.

Quelle: Reason