Die globale Stromversorgung wird sauberer: Erstmals seit Beginn der COVID-19-Pandemie deckten erneuerbare Energien 2025 das gesamte Wachstum des globalen Strombedarfs. Das geht aus dem neuen Electricity Review 2025 des britischen Thinktanks Ember hervor. Der Bericht zeigt, wie Solarenergie, Batteriespeicher und andere saubere Technologien fossile Energieträger zunehmend aus dem System verdrängen.
Ember hat sich in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Quellen für Daten zur globalen Energiewende entwickelt. Bereits 2024 analysierte der Thinktank mit Experten wie Kingsmill Bond die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr – ein zentraler Baustein der Dekarbonisierung.
Solarenergie als treibende Kraft
Die diesjährige Studie unterstreicht die dominierende Rolle der Solarenergie. „Für alle, die diesen Prozess seit Jahren verfolgen, ist es keine Überraschung, dass Solar jedes Jahr neue Rekorde bricht“, erklärt Nicholas Fulghum, leitender Autor des Berichts und Senior Energy & Climate Data Analyst bei Ember. „Doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Wachstums übertreffen selbst unsere Erwartungen.“
Solarenergie ist nicht nur die am schnellsten wachsende erneuerbare Energiequelle, sondern verdrängt zunehmend fossile Brennstoffe aus der Stromerzeugung. Besonders in Regionen wie China, Europa und Südostasien treibt der Ausbau der Photovoltaik die Energiewende voran. „Solar ist heute günstiger als neue fossile Kraftwerke und wird in vielen Märkten bereits zur kostengünstigsten Energiequelle“, so Fulghum.
Globale Unterschiede: Von Kalifornien bis Südostasien
Während in Westeuropa und Kalifornien der Ausbau erneuerbarer Energien bereits weit fortgeschritten ist, hinkt Südostasien hinterher. Doch selbst dort beschleunigt sich der Trend: Länder wie Vietnam oder Thailand setzen zunehmend auf Solar- und Windkraft, um ihre Abhängigkeit von Kohle und Gas zu verringern. „Die Dynamik ist überall ähnlich, aber die Geschwindigkeit variiert“, erklärt Fulghum. „In Europa und Nordamerika treiben politische Vorgaben den Wandel voran, während in Asien vor allem wirtschaftliche Faktoren die Umstellung beschleunigen.“
Herausforderungen für 2026: Geopolitische Risiken
Trotz des positiven Trends warnt der Ember-Report vor möglichen Rückschlägen. Der Krieg im Iran und die damit verbundenen Spannungen im Nahen Osten könnten die Energiepreise 2026 erneut in die Höhe treiben. „Geopolitische Krisen haben direkte Auswirkungen auf die Strommärkte“, sagt Fulghum. „Wenn Lieferketten für Gas oder Öl gestört werden, könnte das den Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamen – zumindest temporär.“
Fazit: Die Energiewende ist nicht mehr aufzuhalten
Trotz aller Herausforderungen zeigt der Ember-Bericht eines klar: Die globale Stromwende ist unaufhaltsam. Solarenergie wird zur dominierenden Kraft im Energiesystem, während fossile Energien immer weiter an Bedeutung verlieren. „Die Daten sprechen eine klare Sprache“, betont Fulghum. „Die Frage ist nicht mehr, ob die Energiewende gelingt, sondern wie schnell sie voranschreitet.“