Auf einem Kreuzfahrtschiff vor den Kanarischen Inseln hat ein Hantavirus-Ausbruch für Aufsehen gesorgt. Nach der Rückkehr von 18 US-Amerikanern in die USA wurden sie in eine spezielle Quarantänestation in Nebraska gebracht. Drei der Passagiere starben an den Folgen der Infektion.
Die betroffenen Personen waren zuvor auf dem Schiff MV Hondius unterwegs, als sich erste Krankheitssymptome zeigten. Seitdem steht das Schiff unter Beobachtung der spanischen Gesundheitsbehörden.
Hantavirus: Übertragung und Symptome
Hantaviren gehören zu einer Familie von etwa 40 verschiedenen Virustypen, die hauptsächlich durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen werden. Besonders betroffen sind dabei Hirscheulen, die vor allem in Süd- und Nordamerika vorkommen. Nicht alle Nagetiere sind Überträger – in den USA sind es vor allem bestimmte Mäusearten, die in ländlichen Regionen leben.
Die Infektion kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen, die in seltenen Fällen tödlich enden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont jedoch, dass das globale Risiko einer Ansteckung durch Hantaviren weiterhin als gering eingestuft wird.
Quarantäne und Überwachung
Die 18 US-Amerikaner wurden in eine hochsichere Quarantänestation der Universität Nebraska gebracht. Diese Einrichtung ist eine der wenigen in den USA, die auf die Behandlung neuartiger oder gefährlicher Viren spezialisiert ist. Dort erhalten sie medizinische Betreuung und werden auf mögliche Infektionen untersucht.
Die Quarantänezeit beträgt 42 Tage, was von Experten als Vorsichtsmaßnahme gewertet wird. Die Betroffenen haben jedoch die Möglichkeit, die Station zu verlassen, sofern sie sich für eine häusliche Quarantäne entscheiden. Dennoch bleibt die Dauer eine psychische Belastung für die Betroffenen.
Experten beruhigen: Kein Grund zur Panik
Laurel Bristow, Infektionsforscherin an der Emory University und Moderatorin des Podcasts Health Wanted, warnt vor übertriebener Sorge. Sie erklärt, dass dieser Hantavirus-Ausbruch keine Pandemie-Gefahr darstellt. In einem Interview mit dem Podcast Today, Explained betonte sie, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch zwar möglich, aber extrem selten sei.
Die WHO und US-Gesundheitsbehörden arbeiten eng zusammen, um die Situation zu kontrollieren. Dennoch bleibt die öffentliche Verunsicherung bestehen, insbesondere wegen der ungewöhnlichen Umstände auf einem Kreuzfahrtschiff.