Im nächsten Jahr jährt sich der letzte Formel-1-Weltmeistertitel von Williams zum 30. Mal. Passend dazu kommt ein historischer Williams FW19 aus der Saison 1997 zur Versteigerung. Das Fahrzeug, das in einer exklusiven Auktion von RM Sotheby’s angeboten wird, war zwar nicht bei allen Rennen im Einsatz, diente aber als Testwagen für die Fahrer Jacques Villeneuve und Heinz-Harald Frentzen.
In den 1990er-Jahren war Williams eine der dominierenden Kräfte in der Formel 1. Mit aktiven Fahrwerken gewann das Team 1992 und 1993 mit Nigel Mansell und Alain Prost die Fahrerweltmeisterschaft. Auch 1994 und 1996 stand das Team an der Spitze, bevor Jacques Villeneuve 1997 mit dem FW19 den Titel holte. Der FW19 war mit einem Renault-V10-Motor und einem von Adrian Newey entworfenen Chassis ausgestattet – eine Kombination, die Williams über Jahre erfolgreich machte.
Villeneuve und Frentzen fuhren den FW19 zu acht Siegen, elf Pole-Positions, neun schnellsten Runden und 15 Podestplätzen in 17 Rennen. Der Höhepunkt war der dramatische Titelkampf in Jerez, bei dem Michael Schumacher durch einen Crash ausschied und Villeneuve den Titel sicherte. Damit endete eine Ära: Newey wechselte zu McLaren, Renault beendete sein Werksteam-Engagement, und Williams verlor seine Dominanz.
Der zum Verkauf stehende FW19 ist das letzte von sechs gebauten Chassis, die tatsächlich eingesetzt wurden. Nach Tests in Magny Cours, Silverstone, Monza und Barcelona sowie einem Nachsaison-Test in Barcelona wurde das Auto in die Williams Heritage Collection aufgenommen. 2017 restauriert, wechselte es 2019 den Besitzer und hat seitdem nur 170 Kilometer zurückgelegt – weit unter der Grenze für eine notwendige Generalüberholung.
RM Sotheby’s schätzt den Verkaufspreis auf 1,1 bis 1,5 Millionen britische Pfund (ca. 1,4 bis 2,0 Millionen US-Dollar). Trotz seiner begrenzten Rennhistorie ist der FW19 ein wertvolles Stück Formel-1-Geschichte und ein Symbol für die goldenen Jahre von Williams.