Indie-Spiele, die auf Hololive- und Holostars-Vtuber basieren, sind oft ein gemischtes Paket – mal gelungen, mal eher ein Ein-Mann-Projekt. Titel wie Holo X Break, Idol Showdown oder Chrono Gear: Warden of Time wirken dagegen durchdacht und ausgereift. HoloVillage: Our Cozy Days gehört leider nicht dazu. Der angekündigte Animal-Crossing-Klon entpuppt sich als unfertiges Early-Access-Projekt, voller Bugs und ohne grundlegende Qualitätsmerkmale. Zwar bietet er niedliche Grafik und Dekorationsmöglichkeiten, doch mehr hat er derzeit nicht zu bieten.
Die Handlung: Ein Dorf in Not
Die Geschichte beginnt mit der Vtuberin Kumarine, die allein durch die Welt streift, auf der Suche nach einer bestimmten Blume. Sie entdeckt ein verlassenes Dorf und wird dessen Bürgermeisterin – unterstützt von Nodaka. Der Spieler übernimmt die Rolle eines amnesischen Charakters, der zufällig in das Dorf gelangt. Schnell erhält man ein Haus und die Aufgabe, den Ort bewohnbarer zu machen und für andere attraktiv zu gestalten. Dazu gehören Kochen, Handwerken, Landwirtschaft, Angeln und das Kämpfen gegen Fehler außerhalb des Dorfes.
Offenbar betrifft dieses Phänomen auch andere Hololive-Vtuber: Sie irren verloren umher und stoßen gelegentlich auf das Dorf. Der typische Tagesablauf sieht vor, morgens aufzustehen, Aufgaben zu erledigen und Materialien zu sammeln. Verschiedene NPCs sind für bestimmte Rollen und Aktivitäten zuständig und dienen als Ansprechpartner für Missionen und benötigte Gegenstände.
Die wichtigsten NPCs und ihre Aufgaben
- Bubba: Der Kampf-Experte, zuständig für Kämpfe und Materialbeschaffung.
- Kuro: Der Angler, der beim Fischen hilft und Zutaten liefert.
- Chef Lunight: Der Koch, der Rezepte und Kochutensilien bereitstellt.
- Kodama Korone: Die Landwirtin, die Saatgut und landwirtschaftliche Produkte anbietet.
Jeder NPC verkauft Gegenstände, die zu seinem Fachgebiet passen, und bietet Skill-Bäume an. Das Ziel des Spiels besteht darin, Felder für den Anbau anzulegen, Fisch für Kochzutaten zu fangen, zu kämpfen, um Materialien zu sammeln, und Ressourcen wie Holz und Steine außerhalb des Dorfes zu sammeln. Der Kreislauf zielt darauf ab, möglichst viel Geld und Materialien zu erwirtschaften, um weitere Hololive-Vtuber in das Dorf einzuladen und neue Möbel für die Dekoration zu kaufen.
Wirtschaftssystem: Restaurant oder Schmiede?
Sobald das Dorf etabliert ist und mindestens ein Bewohner eingezogen ist, kann man ein Restaurant oder eine Schmiede eröffnen. Im Restaurant lassen sich Speisen zubereiten und verkaufen, in der Schmiede Ausrüstung herstellen. Wer sich auf Kämpfe konzentriert, sollte nach dem ersten Bewohner eine Schmiede eröffnen. Bei Fokus auf Landwirtschaft und Angeln empfiehlt sich dagegen ein Restaurant. Der Alltag besteht darin, täglich die Ausbeute zu maximieren, um weitere Dorfbewohner anzulocken, beide Gebäude zu eröffnen und sich schließlich den dekorativen Elementen zu widmen.
Das Problem: Bugs und fehlende Features ruinieren den Spielspaß
Doch genau hier liegt das Hauptproblem: Die Umsetzung der täglichen Aufgaben ist so fehlerbehaftet und umständlich, dass sie den Spielspaß stark beeinträchtigt. Selbst einfache Abläufe wie das Sammeln von Ressourcen oder das Interagieren mit NPCs sind von Bugs durchzogen. Fehlende Quality-of-Life-Features wie eine klare Wegführung oder eine intuitive Steuerung machen das Erlebnis zusätzlich frustrierend. Trotz der niedlichen Optik und der grundlegenden Idee einer entspannten Dorfsimulation wirkt HoloVillage: Our Cozy Days derzeit wie ein unfertiges Projekt – und das nicht einmal im positiven Sinne eines Early Access.
"HoloVillage: Our Cozy Days hat Potenzial, aber die vielen Bugs und fehlenden Funktionen machen es derzeit zu einem enttäuschenden Erlebnis. Wer nach einem gemütlichen Hololive-Spiel sucht, sollte besser zu anderen Titeln greifen."