Honda verlässt den südkoreanischen Automobilmarkt

Der japanische Automobilhersteller Honda wird Südkorea zum Jahresende verlassen. Wie das Unternehmen mitteilte, stellt es den Verkauf von Pkw im Land ein. Motorräder werden weiterhin angeboten, ebenso wie Ersatzteile, Wartung und Garantieleistungen für bestehende Kunden.

Niedrige Verkaufszahlen als Grund

Im März 2026 wurden in Südkorea nur 84 Honda-Pkw neu zugelassen – ein deutlicher Rückgang gegenüber anderen Marken. Zum Vergleich: Tesla registrierte 11.130 Fahrzeuge, BMW 6.785 und Mercedes-Benz 5.419. Honda begründet den Schritt mit „Veränderungen im globalen und südkoreanischen Automobilmarkt“ sowie der Notwendigkeit, „Unternehmensressourcen zu bündeln, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“.

Im gesamten Jahr 2025 verkaufte Honda in Südkorea weniger als 2.000 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Allein in den USA wurden im März 2026 13.612 Accord-Modelle verkauft. Die geringe Nachfrage in Südkorea war offenbar der entscheidende Faktor für den Rückzug.

Motorräder bleiben – aber wie lange?

Während Honda den Automobilverkauf in Südkorea einstellt, werden Motorräder vorerst weiter angeboten. Das Unternehmen sichert Kunden zu, dass Service, Ersatzteile und Garantieansprüche weiterhin erfüllt werden. Eine langfristige Strategie für den Motorradmarkt in Südkorea ist jedoch noch unklar.

Hondas Bilanz in Südkorea

Seit dem Einstieg im Jahr 2004 bot Honda in Südkorea Modelle wie den Accord und CR-V an. Trotz einer Präsenz von über 20 Jahren konnten die Fahrzeuge jedoch nie nennenswerte Marktanteile erzielen. Die Verkaufszahlen blieben marginal – ein Schicksal, das Honda mit anderen ausländischen Marken wie Cadillac (75 Neuzulassungen im März 2026) oder Peugeot (72) teilt.

Internationale Konkurrenz dominiert

Während Honda in Südkorea kaum Fuß fassen konnte, boomen dort andere ausländische Marken. Tesla führt mit 11.130 Neuzulassungen im März 2026 die Statistik an, gefolgt von BMW (6.785) und Mercedes-Benz (5.419). Selbst chinesische Hersteller wie BYD (1.664) verzeichnen starke Zuwächse. Honda hingegen landet mit 84 Neuzulassungen auf einem der letzten Plätze.

Fazit: Ein strategischer Rückzug

Hondas Entscheidung, den südkoreanischen Automobilmarkt zu verlassen, ist kein Einzelfall. Viele ausländische Hersteller kämpfen mit niedrigen Verkaufszahlen und hohen Importzöllen. Für Honda scheint der Schritt jedoch besonders konsequent: Statt weiter in einem unwirtschaftlichen Markt zu investieren, konzentriert sich das Unternehmen auf Regionen mit höherem Potenzial. Die Zukunft des Motorradgeschäfts in Südkorea bleibt abzuwarten.

Hintergrund: Warum scheitern ausländische Automarken in Südkorea?

Südkorea ist ein hart umkämpfter Automobilmarkt mit einer starken heimischen Industrie (Hyundai, Kia). Zudem erschweren hohe Importzölle den Verkauf ausländischer Fahrzeuge. Viele Hersteller setzen stattdessen auf lokale Produktion oder Nischenstrategien. Honda folgt nun diesem Trend – zumindest teilweise.

Quelle: CarScoops