Die zehn größten KI-Aktien halten aktuell 41 % des S&P 500, wie aus einem Chart von BofA Global Research hervorgeht. Damit entspricht die Konzentration dem Niveau der Technologie- und Telekommunikationsbranche während der Dotcom-Blase. Zum Vergleich: In den 1970ern lag die Konzentration der „Nifty Fifty“ bei 40 %, in Japan erreichte sie 1989 sogar 44 %.

Diese extreme Marktkonzentration stellt nicht nur eine Warnung für den Aktienmarkt dar, sondern wirkt sich auch auf den Kryptosektor aus. Besonders Bitcoin-Miner, die sich in den letzten Jahren als Hybridunternehmen mit KI-Bezug neu positioniert haben, stehen nun unter Druck. Viele von ihnen haben Verträge für Hochleistungsrechnen (HPC) abgeschlossen, Kapital für den Ausbau von Rechenzentren beschafft oder ihre Infrastruktur auf KI-Anforderungen umgestellt.

Sollte die Prämie für KI-Infrastruktur sinken, könnten diese Unternehmen mit mehreren Problemen konfrontiert werden: Schuldenlast, Vertragsrisiken, Bauverzögerungen und sinkende Bewertungen. Gleichzeitig würde ein schwächerer KI-Ausbau den Wettbewerb um Strom, Rechenleistung und Kühlsysteme verringern – was sowohl Minern als auch KI-Infrastrukturanbietern zugutekommen könnte.

Bitcoin-Miner zwischen KI-Hype und BTC-Risiko

Die Verschiebung der Miner hin zu KI-Geschäftsmodellen zeigt sich bereits in den Umsatzprognosen. Laut S&P Global Market Intelligence könnten Unternehmen wie IREN, Riot Platforms, Core Scientific, HIVE, Cipher und TeraWulf einen Großteil ihrer Einnahmen 2026 mit KI- und HPC-Dienstleistungen erzielen:

  • IREN und Core Scientific: 71 % der Einnahmen aus HPC
  • TeraWulf: 70 %
  • Cipher: 34 %
  • HIVE: 15 %
  • Riot: 13 %

Diese Entwicklung führt zu einer Spaltung des Sektors: Einige Miner werden zu reinen Rechenzentrumsbetreibern mit Bitcoin-Exposure, während andere das Mining als Kerngeschäft beibehalten und KI-Optionen offenhalten.

Laut CoinShares haben öffentliche Miner bereits Verträge im Wert von über 70 Milliarden US-Dollar für KI- und HPC-Projekte abgeschlossen. Unternehmen wie WULF, Core Scientific, Cipher und Hut 8 entwickeln sich zunehmend zu Datenzentrumsbetreibern, die weiterhin Bitcoin minen. Diese Transformation verändert die Marktverflechtungen: Ein Rückgang der KI-Bewertungen würde sich direkt auf die Aktienkurse der Miner auswirken, da Investoren den KI-Pipelines einen hohen Wert beimessen.

Risiken für die Krypto-Infrastruktur

Ein nachlassender KI-Boom könnte die Finanzierung von Projekten erschweren, die auf langfristige Mietverträge, hochdichte Kühlsysteme und Premium-Stromanschlüsse setzen. Gleichzeitig bliebe die Profitabilität der Miner abhängig vom Bitcoin-Preis und der Mining-Schwierigkeit. Die aktuelle Situation zeigt, wie stark sich die Krypto- und KI-Branchen mittlerweile gegenseitig beeinflussen – mit potenziell destabilisierenden Folgen für beide Sektoren.