Die National Geospatial Intelligence Agency (NGA) steht vor einer Mammutaufgabe: Sie muss Künstliche Intelligenz (KI) in ihre Arbeitsprozesse integrieren, ohne dabei bewährte Methoden der Intelligence-Gewinnung zu gefährden. Gleichzeitig sieht sie sich in einem Wettlauf mit geopolitischen Rivalen wie China und Russland, die massiv in KI investieren.

Jay Harless, Direktor für Personalentwicklung bei der NGA, betonte auf dem Workday Federal Forum die Gratwanderung zwischen Tempo und Sicherheit: „Unsere Hauptmotivation ist, dass unsere Gegner stark in KI investieren – wir müssen mithalten, aber das sicher tun.“

Ein zentrales Problem: Während die USA und ihre Partner auf rechtliche und ethische Grenzen achten, könnten gegnerische Staaten diese ignorieren. Die NGA arbeitet daher an „agentischer KI“, die Entscheidungsprozesse beschleunigt – allerdings innerhalb klar definierter Sicherheitsrahmen. Dazu gehören neue IT-Infrastrukturen, Validierungsprotokolle und Mechanismen zur Überwachung von Verzerrungen oder Fehlverhalten.

Drei Wege der KI-Integration

Harless erklärte, dass die NGA drei Kategorien für den Einsatz von KI definiert:

  • Automatisierung: Routineaufgaben, die vollständig von KI übernommen werden können.
  • Unterstützung: KI als Werkzeug, um menschliche Analysten zu entlasten.
  • Menschliche Kontrolle: Aufgaben, die zwingend menschliche Expertise erfordern und nicht automatisiert werden dürfen.

„Wir bewegen uns schnell, aber sicher – indem wir klar unterscheiden, was automatisiert, was unterstützt und was rein menschlich bleiben muss.“
— Jay Harless, NGA-Direktor für Personalentwicklung

Drei bis fünf Jahre für die KI-Transformation

Sasha Muth, stellvertretende Direktorin für Personalentwicklung, skizzierte einen mehrjährigen Transformationsprozess. In diesem Jahr sollen zunächst die strukturellen Grundlagen gelegt werden: Wie und wann Analysten KI einsetzen, und welche Qualifikationen künftige Mitarbeiter mitbringen müssen. Langfristig geht es um die Modernisierung der Belegschaft und die Anpassung von Stellenanforderungen.

Doch die Umstellung birgt auch Risiken: „Wir könnten viel Expertise verlieren, wenn wir zu schnell automatisieren, ohne unsere Mitarbeiter mitzunehmen.“ Muth warnte vor Jobängsten in den Reihen der Angestellten. Viele fürchten, durch KI ersetzt zu werden – ein Problem, das die NGA mit gezielter Weiterbildung und Change-Management-Strategien angehen will.

Seit 2024 hat die NGA einen Chief AI Officer ernannt. Der neue dreijährige Strategieplan soll sich auf Veränderungsmanagement, berufliche Weiterentwicklung und die Aktualisierung von Qualifikationen konzentrieren. Ziel ist es, die Belegschaft für die KI-Ära zu begeistern – und nicht in die Defensive zu drängen.

„Es geht nicht nur um Technologie, sondern darum, unsere Mitarbeiter mitzunehmen und ihre Ängste ernst zu nehmen.“
— Sasha Muth, NGA-Stellvertretende Direktorin für Personalentwicklung

Quelle: CyberScoop