Das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) hat mit den neuen David Geffen Galleries ein Zeichen gesetzt: Mode und Textilien werden nun gleichberechtigt neben Malerei, Skulptur und anderen Kunstformen präsentiert. Diese Entscheidung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Mode als kulturelles Ausdrucksmittel in der modernen Kunstwelt.

Neue Ausstellungen im Zeichen der Mode

Gleichzeitig mit der Eröffnung der Galleries präsentiert das LACMA mehrere hochkarätige Ausstellungen, die die Verbindung von Kunst und Mode thematisieren. Dazu gehören:

  • Diorivieras cerulean-blaue Kollektion – eine Hommage an die ikonische Farbe des Hauses Dior, die perfekt zum Kinostart von „The Devil Wears Prada 2“ passt.
  • Dior-Laufstegshow im LACMA – eine exklusive Präsentation der neuesten Kollektionen direkt im Museum.
  • Tiffany & Co.s „Blue Book“-Kollektion – die neueste Schmucklinie des Juweliers, die in New York lanciert wurde und nun auch in Los Angeles zu sehen ist.
  • Armani Archivio Kapitel 2 – eine Ausstellung, die in Mailand startete und nun mit einem speziellen L.A.-Twist im LACMA zu erleben ist.

Architektonisches Meisterwerk: Peter Zumthors Design

Die neuen David Geffen Galleries sind ein architektonisches Highlight. Das von Peter Zumthor entworfene Gebäude erstreckt sich über die Wilshire Boulevard und erforderte sechs Jahre Bauzeit sowie ein Budget von 724 Millionen US-Dollar. Trotz letzter Bauarbeiten bei der Pressevorführung beeindruckt die Anlage bereits jetzt:

Der W.M. Keck Plaza auf der Nordseite bietet einen öffentlichen Raum mit Blick auf den japanischen Pavillon und Alexander Calders Mobile „Three Quintains (Hello Girls)“. Ab Herbst wird hier zudem ein Erewhon-Markt eröffnet – ein strategischer Schritt, um Besucherströme zu bündeln und das Museum noch attraktiver zu machen.

Kunst ohne Hierarchien: Ein neues Ausstellungskonzept

Die 100.000 Quadratmeter großen Galerien verzichten bewusst auf eine klassische Hierarchie der Kunstformen. Stattdessen laden sie zum „Meandern“ ein – ein Konzept, das kurze Aufmerksamkeitsspannen berücksichtigt und gleichzeitig Verbindungen zwischen den Werken schafft. Die Lichtführung und Sichtachsen des Gebäudes erzeugen spektakuläre Perspektiven, die für sich genommen schon eine Kunstform darstellen.

Besucher können sich frei entscheiden, welchen Weg sie durch die Ausstellungen nehmen. Es gibt keine festgelegte Reihenfolge – genau das ist gewollt. Besonders beeindruckend sind die ungewöhnlichen Kombinationen, wie:

  • Eine Ausstellung zur „Autokultur“, die einen 1961er Studebaker neben Werken von Ed Ruscha, Dennis Hopper und Carlos Almaraz zeigt.
  • Die Präsentation „Plastics in Art“, die eine 1960er-Greg-Noll-Surfboard neben Möbeln von Charles Eames und Eero Saarinen sowie einer Issey-Miyake-Kreation stellt.
  • Im Bereich „Earth and Water“ werden keramische Wasservasen aus verschiedenen Kulturen und Epochen gezeigt – ein Statement über die gemeinsame menschliche Erfahrung über Zeit und Raum hinweg.

Fazit: LACMA als Vorreiter der modernen Kunstpräsentation

Mit den neuen David Geffen Galleries setzt das LACMA Maßstäbe für die Präsentation von Mode und Textilien als gleichwertige Kunstformen. Die Kombination aus architektonischer Innovation, kuratorischer Freiheit und hochkarätigen Ausstellungen macht das Museum zu einem Muss für Kunst- und Modeinteressierte. Wer Los Angeles besucht, sollte sich diesen neuen Hotspot nicht entgehen lassen.

Quelle: The Wrap