Vom Robotiker zum Pädagogen: Ein Leben für die Technik
Tom Burick sieht sich selbst als Macher. Im Laufe der Jahre entwarf er Roboter, baute einen vintage Teardrop-Anhänger und leitete kürzlich ein Schülerprojekt, das in einem vollwertigen Nachbau des ENIAC gipfelte – einem der ersten programmierbaren Computer der Welt. Seit 2025 unterrichtet er an der PS Academy in Gilbert, Arizona, einer Schule für Schüler mit Autismus und anderen speziellen Lernbedürfnissen.
Ein technisches Denkmal zum 80. Jubiläum
Mit Beginn des Schuljahres 2025/26 startete Burick mit seinen Schülern das ambitionierte Vorhaben, eine funktionsfähige Replik des ENIAC zu bauen. Der Originalcomputer, 1945 fertiggestellt, war etwa tausendmal schneller als vergleichbare Maschinen seiner Zeit. Das Projekt soll an die bahnbrechende Erfindung erinnern und gleichzeitig praktische Einblicke in die Geschichte der Computertechnik geben.
Vom Unternehmer zum Lehrer: Eine bewusste Entscheidung
Bevor Burick Lehrer wurde, führte er ein Jahrzehnt lang ein Robotikunternehmen. Die Finanzkrise zwang ihn jedoch zur Schließung. Diese Erfahrung prägte seinen Entschluss, sein Wissen weiterzugeben:
„Viele Menschen haben mir in jungen Jahren geholfen – sie gaben mir Zeit, Ressourcen und veränderten mein Leben. Ich wollte diese Unterstützung weitergeben.“
Die Anfänge: Wie alles begann
Schon als Kind in Latrobe, Pennsylvania, faszinierte Burick die Serie „Lost in Space“, insbesondere der Roboter „Jupiter 2“. Diese Figur weckte in ihm den Wunsch, selbst mit Robotik in Kontakt zu kommen. Mit einfachsten Mitteln baute er erste Spielzeugroboter, bevor er in der Junior High School begann, Elektronik einzubauen.
„Mit 15 Jahren konstruierte ich einen 150-Pfund-Stahlroboter für Feuerwehreinsätze – und gewann damit Preise bei IEEE und anderen Wettbewerben.“
Seine Leidenschaft trieb ihn voran: Er kontaktierte lokale Hochschulen und erhielt schließlich Zugang zu einem Robotiklabor der Carnegie Mellon University. Ein Student zeigte ihm die Räumlichkeiten und überließ ihm sogar Lehrbücher sowie Materialien. Später durfte er an Kursen des Saint Vincent College teilnehmen – unterstützt von einem engagierten Dozenten.
„Diese Menschen veränderten mein Leben nachhaltig.“
Alternative Wege: Warum College nicht der richtige Weg war
Trotz seiner Erfolge entschied sich Burick gegen ein klassisches Studium. Statt strukturierter Kursarbeit zog er praxisnahe Problemlösungen vor. Zudem stellte sich bei ihm eine Rechenschwäche (Dyskalulie) heraus, die traditionelle Mathematik erschwerte.
„Das zwang mich, alternative Methoden zu entwickeln – und machte mich zu einem besseren Problemlöser.“
Heute verbindet er seine Erfahrungen als Unternehmer, Techniker und Pädagoge in einem einzigartigen Bildungsprojekt: dem Bau eines historischen Computers – gelehrt von einem Mann, der selbst gelernt hat, dass Technik nicht nur aus Formeln, sondern aus Neugier und Beharrlichkeit besteht.