Diebstahl ist falsch – das lernt jedes Kind. Eltern, Lehrer und Mentoren vermitteln diese Grundregel früh. Selbst in extremen Notlagen mag man Verständnis für Diebe aufbringen, doch die moralische Verwerflichkeit bleibt. Ein Kind, das im Supermarkt eine Süßigkeit klaut, wird bestraft, nicht gelobt. Doch genau das tun zwei linke Meinungsmacher: der Twitch-Streamer Hasan Piker und die Autorin Jia Tolentino. In einem Podcast des New York Times rechtfertigten sie Diebstahl als Protest gegen Konzerne – und ernteten dafür berechtigte Empörung.

Wer sind die beiden und warum ist ihre Haltung besonders heuchlerisch?

Der Podcast mit dem Titel „Die Reichen halten sich nicht an Regeln. Warum sollte ich das tun?“ suggeriert, Piker, Tolentino und Moderatorin Nadja Spiegelman stünden auf der Seite der Unterdrückten. Doch der Schein trügt: Alle drei gehören zur kulturellen und finanziellen Elite.

  • Nadja Spiegelman: Kulturredakteurin der New York Times, Autorin und Tochter des Pulitzer-Preisträgers Art Spiegelman (bekannt für Maus, eine Graphic Novel über den Holocaust).
  • Jia Tolentino: Erfolgreiche feministische Autorin mit beträchtlichem Vermögen.
  • Hasan Piker: Multimillionär als Twitch-Streamer und Neffe von Cenk Uygur, dem Gründer von The Young Turks, der ihm den Aufstieg ermöglichte.

Keiner dieser drei Menschen muss stehlen, um zu überleben. Und doch inszenieren sie kriminelle Akte als rebellische Heldentat.

„Das ist cool!“ – Pikers radikale Apologie des Diebstahls

Im Gespräch mit Spiegelman und Tolentino äußerte Piker unverhohlen Sympathie für Diebstahl – sogar für den Raub von Kunstwerken aus dem Louvre. Auf die Frage, ob er aus dem berühmten Museum stehlen würde, antwortete er: „Ja.“

„Wir müssen zurück zu coolen Verbrechen kommen: Banküberfälle, Diebstahl von unersetzlichen Artefakten. Das ist viel cooler als die 7.000ste Kryptowährung, in die alle ihr Geld stecken.“
— Hasan Piker

Für Piker ist Diebstahl nicht nur legitim, sondern ein erstrebenswertes Ideal. Sein Markenzeichen: linke Politik als Rechtfertigung für kriminelle Romantik.

Tolentino: Gestohlene Bio-Lebensmittel und moralische Ausreden

Jia Tolentino zeigt sich etwas zurückhaltender, doch auch sie relativiert Diebstahl. Auf die Frage, ob sie aus einem Whole Foods-Markt stehlen würde, antwortete sie zunächst: „Ja.“ Später präzisierte sie, sie habe dies „unter bestimmten Umständen“ getan – allerdings ohne moralische oder politische Bedeutung. „Es ist weder ein schweres moralisches Vergehen noch ein wirksamer Protest.“

Doch Piker widersprach ihr sofort: Er fordere Diebstahl von Großkonzernen, weil diese ihrerseits Arbeiter ausbeuteten. „Ich bin für Diebstahl bei großen Unternehmen, denn die stehlen viel mehr von ihren Angestellten.“

Seine Logik: Weil Konzerne „die Kosten für Diebstahl einkalkuliert“ hätten, sei sein Handeln moralisch unbedenklich. Eine gefährliche Verharmlosung von Kriminalität – besonders, wenn sie von Meinungsmachern verbreitet wird.

Warum diese Aussagen besonders problematisch sind

Die Aussagen der beiden sind aus mehreren Gründen skandalös:

  • Doppelmoral: Beide profitieren von einem System, das sie gleichzeitig ablehnen – und nutzen dessen Privilegien, um ihre provokanten Thesen zu verbreiten.
  • Verharmlosung von Kriminalität: Die Romantisierung von Diebstahl als „coole Rebellion“ sendet gefährliche Signale an junge, leicht beeinflussbare Menschen.
  • Fehlende Konsequenzen: Während normale Bürger für Diebstahl bestraft werden, genießen Eliten wie Piker und Tolentino Immunität – selbst wenn sie kriminelle Akte verherrlichen.

Die öffentliche Empörung ist daher mehr als berechtigt. Es geht nicht um politische Debatten, sondern um grundlegende moralische Werte: Respekt vor Eigentum, Ehrlichkeit und die Anerkennung, dass Regeln für alle gelten – auch für linke Meinungsführer.

Quelle: Reason