Die „Make America Healthy Again“-Bewegung (MAHA) wurde lange von besorgten Müttern geprägt, die sich um Impfstoffe und chemische Zusätze in Lebensmitteln sorgten. Diese Bewegung half unter anderem, Donald Trump ins Weiße Haus und Robert F. Kennedy Jr. zu einer der einflussreichsten Stimmen im Gesundheitsbereich zu bringen. Doch jetzt richtet sich die MAHA-Wellness-Kultur an eine neue Zielgruppe: Teenager und junge Erwachsene.

Wer sind die neuen MAHA-Botschafter?

Eine wachsende Anzahl junger Influencerinnen, oft zwischen 16 und 22 Jahren, verbreitet die MAHA-Botschaft mit einem modernen Ansatz. Sie setzen auf Selbstbestimmung, gesunde Ernährung und vermeiden klassische Mainstream-Medizin. Ihre Inhalte wirken weniger dogmatisch als die der älteren Generation und sprechen gezielt junge Menschen an.

Beispiele sind Lexi Vrachalus (20), die in Videos zuckerfreie und samenölfreie Rezepte teilt, oder Grace Price, eine junge Filmemacherin, die sich für einen „cleanen“ Lebensstil einsetzt. Ihre Botschaft: „Du kannst deine Gesundheit selbst in die Hand nehmen und deinen Körper heilen.“

Vrachalus erhält regelmäßig Fragen von Teenagern wie: „Wie kann ich meine Eltern dazu bringen, gesünder zu essen?“ oder „Wie ernähre ich mich gesund, wenn meine Eltern nur Fast Food kaufen?“

Gefahr durch Fehlinformationen

Während gesunde Ernährung grundsätzlich positiv ist, warnen Experten vor den Schattenseiten der MAHA-Bewegung. Bei Erwachsenen hat die Bewegung bereits zu einer Ablehnung von Impfungen und anderen gefährlichen Verhaltensweisen geführt. Hinter der Fassade von gesunder Ernährung und Umweltbewusstsein stecken oft verschwörungsideologische Denkmuster.

„Es geht nicht nur um gesunde Lebensmittel oder Umweltschutz. Unterschwellig verbreitet sich die Idee, dass eine ‚Kabale‘ – oft als liberal eingestuft – die Menschen belügt.“
Whitney Phillips, Professorin für Medienethik an der University of Oregon

Bisher zeigen Umfragen, dass junge Menschen seltener mit MAHA sympathisieren als die Generation der 30- bis 40-Jährigen. Doch die Reichweite der Inhalte wächst, und immer mehr Teenager sind anfällig für gesundheitsbezogene Fehlinformationen.

Teenager und Verschwörungsmythen

Laut einer Umfrage des News Literacy Project aus dem Jahr 2024 sehen 80 Prozent der Teenager Verschwörungstheorien auf Social Media. Die Mehrheit von ihnen glaubt mindestens einer dieser Theorien. Besonders verbreitet sind dabei gesundheitsbezogene Mythen, die über Plattformen wie TikTok oder Instagram verbreitet werden.

Die neue Generation von MAHA-Anhängern nutzt zwar andere Kanäle und eine andere Sprache als ihre Vorgänger, doch die Grundhaltung bleibt ähnlich: Misstrauen gegenüber Institutionen und eine starke Betonung der Eigenverantwortung – oft bis hin zur Ablehnung wissenschaftlich anerkannter Medizin.

Was können Eltern und Pädagogen tun?

Experten raten dazu, junge Menschen frühzeitig für kritisches Denken zu sensibilisieren. Schulen und Eltern sollten gezielt Aufklärung betreiben, um Jugendliche vor gefährlichen Fehlinformationen zu schützen. Dazu gehört auch, ihnen beizubringen, wie sie Gesundheitsaussagen im Internet einordnen können.

„Wir müssen dort ansetzen, wo die Jugendlichen sind – auf Social Media und in ihren Peer-Groups“, sagt Phillips. „Nur so können wir verhindern, dass aus gesundem Interesse gefährlicher Aberglaube wird.“

Quelle: Vox