Die Zukunft von IREN liegt nicht mehr im Bitcoin-Mining, sondern im Aufbau einer hyperskalierbaren KI-Cloud-Infrastruktur. Das zumindest prognostiziert die Vermögensverwaltung Bernstein, die trotz einer Senkung des Kursziels auf 100 US-Dollar pro Aktie (zuvor 125 US-Dollar) weiterhin eine „Outperform“-Empfehlung ausspricht.

In einer aktuellen Analyse heben die Analysten um Gautam Chhugani hervor, dass IREN nun ihre Top-Position unter den KI-fokussierten Bitcoin-Minern einnimmt. Der Grund: Das Unternehmen hat erfolgreich den Wandel hin zum KI-Geschäft vollzogen.

Kryptomarkt im Abwärtstrend – KI als neuer Hoffnungsträger

Während der Kryptomarkt seit Oktober 2024 einen Wertverlust von 1,5 Billionen US-Dollar verzeichnet, boomen andere Anlageklassen wie Aktien und Rohstoffe. Der S&P 500 erreichte im April ein Rekordhoch, und auch Gold sowie andere Edelmetalle performen stark. Bitcoin notiert aktuell rund 40 % unter seinem Höchststand von 126.000 US-Dollar im Oktober 2024 – ein Zeichen dafür, dass das klassische Mining-Geschäft an Attraktivität verliert.

Gleichzeitig zieht die KI-Branche massive Investitionen an. Trotz Diskussionen über eine mögliche Blasenbildung setzen Anleger weiterhin auf Technologieaktien, die von KI-Anwendungen profitieren. Während Krypto-Werte wie Strategy und Bitmine unter den Kursrückgängen leiden, setzt IREN auf ein neues Geschäftsmodell.

Massive GPU-Bestellungen und Microsoft-Deal als Wachstumstreiber

Laut Bernstein hat IREN bereits 150.000 Grafikprozessoren (GPUs) bestellt, die nach vollständiger Implementierung einen jährlichen Umsatz von 3,7 Milliarden US-Dollar generieren sollen. Rund die Hälfte dieser Kapazitäten ist bereits für fünf Jahre an Microsoft gebunden.

Bis 2027 erwartet Bernstein, dass der KI-Cloud-Bereich allein ein angepasstes EBITDA von 2,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet – ein zentraler Indikator für die Profitabilität am Finanzmarkt. Parallel dazu soll das Bitcoin-Mining schrittweise eingestellt werden.

Umsatzprognosen unterstreichen den Strategiewechsel

Die Analysten prognostizieren, dass die KI-Cloud-Einnahmen von IREN von lediglich 16 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 1,4 Milliarden US-Dollar bis 2027 ansteigen werden. Damit würde der KI-Bereich das Mining als wichtigsten Wachstumstreiber ablösen. Bis 2030 rechnen sie mit einem KI-Umsatz von 6 Milliarden US-Dollar und einem EBITDA von fast 5 Milliarden US-Dollar – bei einer Marge von über 80 %.

Energieinfrastruktur als Schlüssel zum Erfolg

Die Grundlage für diese Strategie bildet IRENs 4,5-Gigawatt-Stromportfolio. Standorte in British Columbia und Texas werden derzeit für GPU-Racks umgerüstet, während zusätzliche Kapazitäten in Sweetwater und Oklahoma weiteres Wachstum ermöglichen.

Quelle: DL News