Die malische Militärjunta unter General Assimi Goïta steht vor dem Aus. Nach Tagen im Verborgenen trat der Machthaber kürzlich öffentlich auf und behauptete, die "Lage sei unter Kontrolle". Doch seine Worte wirken hohl: Eine Allianz aus Al-Qaida-Anhängern und Tuareg-Rebellen hat weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht und fordert sogar die Blockade der Hauptstadt Bamako.
Am 25. April eskalierte die Gewalt mit koordinierten Angriffen auf mehrere Städte, darunter Bamako, Gao, Kidal, Sévaré und die Garnisonsstadt Kati. Ein Selbstmordattentäter rammte das Wohnhaus von Verteidigungsminister General Sadio Camara, tötete ihn mitsamt seiner Familie und mehreren Zivilisten. Camara galt als Schlüsselfigur der Junta und als möglicher zukünftiger Staatschef – zudem war er der Architekt der engen Bindung Malis an Russland.
Die jüngsten Angriffe markieren einen Wendepunkt: Während russische Söldner der Gruppe "Africa Corps" in der Vergangenheit die Junta unterstützten, wurden sie nun aus der Stadt Kidal vertrieben. Die Gruppe wirft dem Westen vor, die Rebellion zu steuern, und behauptet gleichzeitig, die Angriffe erfolgreich abgewehrt zu haben. RT, das russische Staatsmedium, verbreitete diese Darstellung und beschuldigte Frankreich und den Westen der Einmischung.
Doch die Realität sieht anders aus: Im Jahr 2024 halfen ukrainische Geheimdienste Tuareg-Rebellen dabei, einen Wagner-Konvoi zu überfallen und Dutzende russische Söldner zu töten. Mali und Niger brachen daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Kiew ab. Burkina Faso bezeichnete die Ukraine als destabilisierenden Akteur in der Region. Der Sahel wird damit zunehmend zu einem Schauplatz des russischen Krieges gegen den Westen.
Russlands Strategie aus Desinformation und Söldnern hat in der Region an Boden gewonnen, während Frankreich durch sein kolonial geprägtes Auftreten selbst Mitverantwortung für die wachsende Ablehnung trägt. Doch der propagandistische Erfolg Russlands spiegelt sich nicht in der Realität wider: Mali steckt in einer tiefen Krise, und die Junta kämpft ums Überleben.