WASHINGTON — Die Pläne der US-Regierung, ein Pilotprogramm für günstige Abnehm-Medikamente für Senioren über Medicare einzuführen, sind gescheitert. Die Versicherer lehnten eine Teilnahme ab, weshalb die Regierung nun die Kosten selbst trägt.

Hintergrund: Preisnachlässe für Abnehm-Medikamente

Im vergangenen Jahr einigte sich die Trump-Administration mit den Pharmaunternehmen Eli Lilly und Novo Nordisk auf deutliche Preissenkungen für ihre beliebten Abnehm-Medikamente. Im Gegenzug sollte der Zugang zu diesen Medikamenten in Medicare und Medicaid ausgeweitet werden.

Medicare darf normalerweise keine Abnehm-Medikamente erstatten. Die Regierung plante jedoch, diese Einschränkung für das Pilotprogramm BALANCE auszusetzen, um zu testen, ob die Kostenübernahme langfristig Geld spart oder die Gesundheit der Patienten verbessert – ohne zusätzliche Kosten zu verursachen.

Warum die Versicherer absagten

Die Versicherer sollten an dem Pilotprogramm teilnehmen, hätten dafür aber vermutlich finanzielle Verluste in Kauf nehmen müssen. Die Hersteller boten die Medikamente zwar für 245 US-Dollar pro Monat an Medicare und Medicaid an, doch Medicare garantierte den Patienten nur eine Zuzahlung von 50 US-Dollar pro Monat.

Da die Versicherer keine finanziellen Anreize sahen, lehnten sie die Teilnahme ab. Die Regierung reagierte darauf, indem sie die Kosten nun selbst übernimmt – außerhalb des regulären Medicare Part D Programms.

Ausblick: Folgen für Patienten und Gesundheitssystem

Experten diskutieren, ob die Entscheidung der Regierung langfristig sinnvoll ist. Einerseits könnte sie den Zugang zu Abnehm-Medikamenten für Senioren erleichtern, andererseits entstehen zusätzliche Kosten für den Steuerzahler. Ob das Pilotprogramm tatsächlich zu Einsparungen führt, bleibt abzuwarten.

„Die Regierung hat erkannt, dass die Versicherer nicht bereit sind, das finanzielle Risiko zu tragen. Jetzt muss sie selbst handeln – mit ungewissem Ausgang.“
Medizin-Ökonom, anonym

Quelle: STAT News