Das mit Stars besetzte Biopic ‚Michael‘ über den verstorbenen King of Pop feiert am Wochenende Premiere – und das trotz durchwachsener Kritiken (aktuell 39 % auf Rotten Tomatoes). Doch die wahre Geschichte des Films spielte sich nicht auf der Leinwand, sondern hinter den Kulissen ab: zwischen teuren Nachdrehs, juristischen Auseinandersetzungen und einem komplett neu konzipierten dritten Akt.
Der Film, der Jacksons Karriere von den Jackson 5 bis zur ‚Bad‘-Tour 1988 nachzeichnet, steht dabei vor einer besonderen Herausforderung: die Kontrolle über das Narrativ lag bei der Familie des verstorbenen Stars. Seit seinem Tod 2009 hat Jacksons Nachlass über 3,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet – darunter ein 750-Millionen-Dollar-Deal für die Hälfte seiner Musikrechte 2024. Die Botschaft ist klar: Bei einem Jackson-Biopic geht es um mehr als nur um Einspielergebnisse.
Der Film versucht, Jacksons Aufstieg und seine Bewältigung zahlreicher Krisen – einschließlich der Vorwürfe des Kindesmissbrauchs, die 2005 vor Gericht verhandelt wurden – in einer neuen Perspektive zu erzählen. Taj Jackson, Neffe des Stars, betonte kürzlich auf X:
‚Die Medien werden nicht mehr kontrollieren, wer Michael Jackson wirklich war. Das Publikum darf sich selbst ein Bild machen.‘
Doch genau diese Darstellung führte zu einem juristischen Problem: Nach Abschluss der Dreharbeiten entdeckte die Produktion eine Klausel in einem Vergleich mit einem der Ankläger, die eine filmische Darstellung verbot. Regisseur Antoine Fuqua, Drehbuchautor John Logan und Lionsgate mussten daraufhin das gesamte Drehbuch umschreiben und für 15 Millionen Dollar Nachdrehs durchführen – inklusive eines komplett neuen dritten Akts.
Diese Hürde war nur eine von vielen, die das Team überwinden musste. Trotz der gemischten Kritiken und offenen Fragen zur finalen Schnittfassung scheint der Film auf einen erfolgreichen Kinostart zuzusteuern. Ein Produzent kommentierte: ‚Man muss ihnen zugestehen, dass sie versucht haben, die vollständige Geschichte zu erzählen.‘
Ein Top-Agent kommentierte die Diskussion über die Richtigkeit der Darstellung lapidar: ‚Soweit ich weiß, wird es das erfolgreichste Musik-Biopic aller Zeiten.‘
Hintergrund des Projekts: Produzent Graham King sicherte sich bereits 2019 die Rechte für ein Jackson-Biopic – inspiriert vom Erfolg von ‚Bohemian Rhapsody‘, das er ebenfalls produzierte. Der Queen-Film wurde mit vier Oscars ausgezeichnet und spielte weltweit über 900 Millionen Dollar ein. Wie ‚Michael‘ setzte auch ‚Bohemian Rhapsody‘ auf eine jugendfreundliche, familienfreundliche Erzählung und vermied die komplexen Lebensumstände der Hauptfigur.