Die US-Luftwaffe hat in den letzten Monaten über 32.000 Gallonen Kerosin aus der Militärbasis Joint Base Andrews in den Potomac River verloren. Die Basis ist nicht nur Heimat von Air Force One, sondern liegt direkt am Piscataway Creek, einem Nebenfluss des Potomac.

Zwei Lecks in kurzer Zeit

Wie die Investigativplattform NOTUS berichtet, wurden die Verluste durch zwei separate Lecks verursacht. Bereits im Dezember versagte ein Sicherheitstest des Treibstoffsystems. Im Januar und Februar gingen etwa 10.000 Gallonen Kerosin verloren – zunächst ohne erkennbare Auswirkungen auf die Umwelt.

Erst am 23. März meldete ein Beobachter Ölflecken im Piscataway Creek. Das Pentagon informierte den Bundesstaat Maryland zunächst nur unvollständig über das Ausmaß der Verschmutzung. Erst nach zwei Wochen gab das Verteidigungsministerium die volle Tragweite zu, was bei Umweltbehörden für Empörung sorgte.

„Es gibt eine Gleichung mit vielen Leerstellen, die gefüllt werden müssen. Deshalb gibt es Regeln, die sofortige Meldungen vorschreiben.“

Adam Ortiz, stellvertretender Umweltminister von Maryland

Umweltbehörden kritisieren mangelnde Transparenz

Maryland wirft dem Pentagon vor, die Lecks monatelang verschwiegen zu haben. Die genauen Mengen des ausgetretenen Kerosins sind weiterhin unklar. Die Umweltbehörden fordern eine lückenlose Aufklärung und kritisieren die schleppenden Aufräumarbeiten.

In einem Bericht vom 15. April heißt es: „Die Bemühungen zur Kontrolle, Eindämmung und Beseitigung des ausgetretenen Treibstoffs waren minimal und unzureichend. Fristen gelten als überschritten.“

Fazit: Systematische Versäumnisse?

Die Vorfälle werfen Fragen nach der Zuverlässigkeit militärischer Sicherheitsprotokolle auf. Sollte das Pentagon selbst bei offensichtlichen Lecks monatelang schweigen, stellt sich die Frage, welche weiteren Umweltverstöße noch unentdeckt bleiben.

Quelle: Futurism