Der Aufstieg von David Bailey zum Millionär steht im krassen Gegensatz zur Entwicklung seiner Aktionäre: Während der CEO des Bitcoin-Treasury-Unternehmens Nakamoto im ersten Quartal 2026 eine siebenfach höhere Vergütung erhielt, verloren Anleger 39% ihres investierten Kapitals.
Vergütung explodiert – trotz Milliardenschaden
Laut einem Bericht des Finanzportals Pledditor stieg die Gesamtvergütung von Bailey und seinem Team im ersten Quartal 2026 auf ein Rekordhoch – obwohl das Unternehmen einen Nettoverlust von 238 Millionen Dollar verbuchte. Die Aktie des Nasdaq-gelisteten Unternehmens brach im gleichen Zeitraum von 0,36 Dollar auf 0,22 Dollar ein, was einem Verlust von 99% gegenüber dem 52-Wochen-Hoch entspricht.
Milliarden-Deal mit verbundenen Unternehmen
Im Februar 2026 schloss Nakamoto zwei All-Stock-Akquisitionen ab: die Übernahme von BTC Inc. (Muttergesellschaft von Bitcoin Magazine und Bitcoin Conference) sowie UTXO Management. Beide Unternehmen standen unter der Kontrolle von Bailey und seinem Chief Investment Officer Tyler Evans. Als Gegenleistung erhielten die bisherigen Eigentümer rund 286 Millionen neue Aktien – eine massive Verwässerung für bestehende Aktionäre.
Die Transaktionen wurden im 10-Q-Bericht als „verbundene Parteien“ ausgewiesen. Kritiker werfen Bailey vor, durch diese Geschäfte persönliche Interessen über die der Aktionäre gestellt zu haben. Ein Investor kommentierte auf Social Media:
„Was ist mit den 23 Millionen Dollar Gehältern und Boni, wenn die Aktie um 98% gefallen ist?“
Bitcoin-Portfolio: Hohe Verluste und riskante Kreditgeschäfte
Nakamoto hält aktuell 5.064 Bitcoin, die jedoch mit einem extrem hohen Einstandspreis von durchschnittlich 118.273 Dollar pro Coin bewertet werden. Im ersten Quartal 2026 sank der Wert des Portfolios von 599 Millionen Dollar auf unter 346 Millionen Dollar – ein Verlust von 42%.
Doch die Probleme gehen tiefer: 87% der Bitcoin-Bestände (4.405 Coins) dienen als Sicherheit für einen 210-Millionen-Dollar-Kredit bei Kraken. Der Kredit läuft bis Dezember 2026 und verlangt 8% Zinsen sowie die Rückzahlung des gesamten Kapitals. Bailey hatte zuvor öffentlich mit dem Bitcoin-Bestand geprahlt – ohne die Belastung durch den Kredit zu erwähnen.
Weitere Investitionsfehler belasten das Unternehmen
Nakamoto investierte zudem in das japanische Unternehmen Metaplanet, was bis Ende März 2026 zu Verlusten von mindestens 3,9 Millionen Dollar führte. Die vier Geschäftsbereiche des Unternehmens (Medien, Beratung, Gesundheitswesen und Asset Management) generierten im gleichen Zeitraum lediglich 2,7 Millionen Dollar an operativen Einnahmen – ein Bruchteil der Verluste.
Konfliktinteressen und mangelnde Transparenz
Experten kritisieren die mangelnde Transparenz bei der Offenlegung der Gesamtvergütung von Bailey. Ein Aktionär forderte in einem öffentlichen Statement die Veröffentlichung eines „vollständigen Vergütungsberichts“ für das Management. Die Entwicklung wirft erneut Fragen über Interessenkonflikte und die Governance-Strukturen des Unternehmens auf.
Während Nakamoto-Aktionäre massive Verluste hinnehmen mussten, profitierte Bailey weiterhin von hohen Gehältern, Bonuszahlungen und Aktienzuteilungen. Die jüngsten Transaktionen und Kreditgeschäfte unterstreichen die Risiken, die mit der Führung eines Bitcoin-Treasury-Unternehmens verbunden sind – besonders wenn die Interessen des Managements nicht klar von denen der Aktionäre getrennt werden.