Der Golf von Oman und die Straße von Hormuz bleiben ein Brennpunkt maritimer Konflikte. Wie Reuters berichtet, wurde am Donnerstag ein indisches Frachtschiff, das Vieh von Afrika in die Vereinigten Arabischen Emirate transportierte, vor der Küste Omans versenkt. Alle 14 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.

Parallel dazu meldete die britische Maritime Trade Operation (UKMTO), dass Unbekannte ein vor der Küste des Emirats Fujairah ankerndes Schiff enterten und es in Richtung Iran steuerten. Diese Vorfälle unterstreichen die anhaltende Instabilität in der Region, die für den globalen Handel von entscheidender Bedeutung ist.

Während des Höhepunkts der Spannungen passierten durchschnittlich nur acht Schiffe täglich die Straße von Hormuz – zuvor waren es bis zu 130. Mittlerweile hat sich die Situation leicht entspannt: Seit Mittwochabend sind etwa 30 Schiffe durch die Meerenge gefahren. Dennoch bleibt Iran die dominierende Macht in der Region. Wer sicheren Durchgang wünscht, muss sich mit Teheran arrangieren.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die Versuche der USA, Iran durch Druck zu Zugeständnissen zu bewegen, bisher erfolglos blieben. Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche versucht, eine Eskorte für Schiffe durch die Straße von Hormuz zu organisieren. Dieser Plan wurde jedoch vorerst auf Eis gelegt. Stattdessen setzt die US-Regierung nun darauf, dass China eine aktivere Rolle übernimmt, um Iran zum Einlenken zu bewegen.

„Dies ist nicht der Auftritt, den Präsident Trump sich für seinen China-Besuch vorgestellt hat“, kommentierte David E. Sanger von der New York Times. Trump hatte gehofft, mit einem Sieg über Iran in Peking als Sieger aufzutreten. Seine Erwartungen: ein iranisches Einlenken in der Atomfrage, die Übergabe des Nukleararsenals und die Wiederöffnung der Straße von Hormuz. Doch stattdessen musste er eine diplomatische Niederlage einstecken. „Project Freedom“ scheiterte, der Krieg in Iran wurde eingedämmt, ohne dass die USA nennenswerte Ziele erreichten. Die Straße von Hormuz bleibt unter iranischer Kontrolle, und chinesische Reedereien sichern sich nur durch enge Zusammenarbeit mit Teheran freien Durchgang.

Auch für Chinas Staatschef Xi Jinping ist die Situation unangenehm. Trotz seiner globalen Ambitionen hat China Iran bisher nicht entscheidend unterstützt. Es bleibt unklar, wie Trump Xi beeinflussen will. Begleitet von CEOs wie Elon Musk (Tesla), Tim Cook (Apple) und David Solomon (Goldman Sachs) reist Trump nach Peking – doch die Verhandlungsführung liegt bei Schatzminister Scott Bessent, nicht bei Außenminister Marco Rubio. Dies unterstreicht, dass Handelszölle und wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt der Gespräche stehen.

Quelle: Reason