New Jerseys Diners sind mehr als nur Restaurants – sie sind kulturelle Ikonen. Mit roten Sitzbänken, rund um die Uhr serviertem Frühstück und Kaffee in dicken Keramikbechern verkörpern sie den amerikanischen Traum. Kein Bundesstaat ist so eng mit diesem Bild verbunden wie New Jersey, das sich stolz als "Diner-Hauptstadt der Welt" bezeichnet. Doch diese Tradition ist bedroht: In den letzten zehn Jahren mussten bis zu 100 Diners schließen. Die Gründe sind vielfältig – Nachwirkungen der Pandemie, steigende Lebensmittelpreise durch Zölle und Inflation sowie sich wandelnde Essgewohnheiten der Kunden.
Um die Diners zu retten, hat der Staat nun einen umstrittenen Weg eingeschlagen: Die Demokraten im Parlament brachten den SODA POP Act ein. Dieser sieht vor, dass ausgewählte Diners eine Steuergutschrift von bis zu 25.000 Dollar erhalten und keine staatliche Umsatzsteuer (ca. 7 %) auf zubereitete Speisen zahlen müssen. Doch der Kreis der Begünstigten ist stark eingeschränkt. Nur familiengeführte Diners, die seit mindestens 25 Jahren ununterbrochen bestehen, kommen infrage. Zudem definiert das Gesetz streng, was überhaupt als "Diner" gilt: Es muss Sitzgelegenheiten wie Bänke, Theken oder Tische bieten und ein breites Spektrum an Gerichten anbieten – von Hamburgern über Salate bis zu Frühstücksgerichten. Ausgeschlossen sind dagegen Cafés, Delikatessenläden, Tavernen oder Sandwich-Shops.
Laut Schätzungen würden nur etwa 500 der rund 550 Diners in New Jersey die Kriterien erfüllen. Doch selbst wenn das Gesetz in Kraft tritt, bleibt die Frage: Ist das die richtige Lösung?
Warum das Gesetz die falsche Strategie ist
Der SODA POP Act wirft mehrere Probleme auf. Zum einen ist die 25-Jahre-Regel willkürlich: Warum sollte ein lokaler Diners, der seit 23 Jahren besteht und zum Stammlokal geworden ist, keine Unterstützung erhalten? Zum anderen diskriminiert das Gesetz andere wichtige gastronomische Einrichtungen wie Bagel-Läden oder Pizzerien, die ebenfalls zur Identität New Jerseys gehören. Doch das größte Problem ist grundsätzlicher Natur: Der Staat setzt auf selektive Steuervergünstigungen statt auf eine umfassende Steuerreform.
New Jersey hat dringenden Reformbedarf. Laut Tax Foundation belegt der Staat im State Tax Competitiveness Index 2026 nur den 49. Platz von 50. Die Unternehmenssteuern sind die höchsten des Landes, die Grundsteuern gehören zu den dritthöchsten, und die Einkommensteuer für Privatpersonen ist ebenfalls extrem hoch. Die Folgen sind dramatisch: In einer Studie von WalletHub aus dem Jahr 2026 landet New Jersey auf Platz fünf der schlechtesten Bundesstaaten für Kleinunternehmen.
Was New Jersey wirklich braucht
Statt einzelner Förderprogramme für Diners sollte der Staat die gesamte Steuerlast senken und die Bürokratie abbauen. Nur so können alle kleinen und mittleren Unternehmen – nicht nur Diners – langfristig überleben. Die aktuelle Politik des SODA POP Act mag kurzfristig einigen Betrieben helfen, löst aber nicht die strukturellen Probleme, die New Jersey seit Jahren belasten.
Diners sind ein Stück amerikanischer Geschichte. Doch ihr Überleben hängt nicht von Sonderregelungen ab, sondern von einer Politik, die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fördert – für alle.