Antoine Fuqua, der Regisseur des kommenden Michael-Jackson-Biopics „Michael“, hat sich in einem neuen Interview mit dem New Yorker zu den sexuellen Missbrauchsvorwürfen gegen den verstorbenen Superstar geäußert. Dabei räumte er ein, dass er ursprünglich eine andere Herangehensweise für den Film geplant hatte.

Geplante Darstellung der Vorwürfe scheiterte an rechtlichen Hürden

Fuqua bestätigte, dass er zunächst beabsichtigte, Jackson während der Verhaftung 2003 darzustellen – mit Szenen, in denen der Sänger „nackt ausgezogen und wie ein Tier behandelt“ wird. Doch ein Vergleich zwischen Jacksons Nachlass und der Familie Chandler, die den Sänger des sexuellen Missbrauchs an ihrem damals 13-jährigen Sohn beschuldigte, machte diese Pläne zunichte. Der 2003 geschlossene Vergleich in Höhe von 23 Millionen Dollar verbot dem Jackson-Nachlass, Ereignisse im Zusammenhang mit den Vorwürfen zu thematisieren. Diese Klausel verhinderte eine direkte Darstellung im Film.

Fuqua musste daraufhin Teile des Films neu drehen und fand schließlich eine andere Methode, um Jackson zu verteidigen: Er betonte dessen schwierigen Weg vom Kinderstar zum globalen Popidol.

Fuqua stellt Jackson-Vorwürfe infrage

Obwohl Fuqua die Anschuldigungen im fertigen Film nicht direkt aufgriff, äußerte er im Interview Zweifel an deren Glaubwürdigkeit. „Ich bin nicht überzeugt, dass Michael Jackson getan hat, wessen er beschuldigt wird“, erklärte er.

Der Regisseur verwies auf gesellschaftliche Doppelstandards, insbesondere bei prominenten Schwarzen Männern. Als Beispiel nannte er Elvis Presley, der seine spätere Frau Priscilla im Alter von 14 Jahren kennenlernte und sie mit 17 nach Graceland holte. Fuqua sagte:

„Wenn ich Dinge über uns höre – besonders über Schwarze Menschen in bestimmten Positionen – gibt es immer eine Pause.“

Besonders skeptisch zeigte sich Fuqua gegenüber Evan Chandler, dem Vater eines der angeblichen Opfer. Chandler hatte Jackson in einer Aufnahme damit gedroht, ihn „bis zur Unkenntlichkeit zu demütigen“. Chandler nahm sich 2009 das Leben, kurz nach Jacksons Tod.

Fuqua räumte ein, dass er die Wahrheit hinter den Vorwürfen nicht kenne, fügte aber hinzu: „Manchmal tun Menschen schreckliche Dinge für Geld.“

Hintergrund der Vorwürfe

Jackson wurde 2005 in zehn Anklagepunkten wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen angeklagt. Nach einem 14-wöchigen Prozess wurde er in allen Punkten freigesprochen. Die Kontroverse flammte 2019 erneut auf, als die Dokumentation „Leaving Neverland“ neue Anschuldigungen zweier angeblicher Opfer veröffentlichte.

Filmstart und Besetzung

„Michael“, in dem Jaafar Jackson die Hauptrolle übernimmt, kommt am 18. April 2025 in die Kinos.

Quelle: The Wrap