Ein Broadway ohne Überraschungen

Die Broadway-Adaption von ‚Schmigadoon!‘, produziert von Lorne Michaels (bekannt von Saturday Night Live) und geschrieben von Cinco Paul, ist seit dieser Woche im Nederlander Theatre zu sehen. Doch statt einer originellen Bühnenfassung präsentiert das Musical eine fast wortgetreue Kopie der ersten Apple-TV+-Staffel – inklusive der gleichen Songs, Dialoge und Running Gags.

Keine kreative Neuerfindung, sondern ein Abklatsch

Während die TV-Serie noch als unterhaltsame Hommage an klassische Musicals galt, wirkt die Bühnenversion wie ein lebloser Nachbau. Die Handlung bleibt identisch: Zwei New Yorker Ärzte landen in einem magischen Dorf, in dem alle Bewohner ständig singen – eine Parodie auf Musicals wie Carousel, The Music Man oder Brigadoon.

Doch statt die Vorlage humorvoll zu dekonstruieren, wiederholt das Stück nur die gleichen Witze. Der Running Gag, dass einer der Ärzte Musicals hasst, wirkt nach wenigen Szenen ermüdend. Die Zuschauer zahlen schließlich nicht nur ihr Abo bei Apple TV+, sondern auch teure Broadway-Tickets für denselben Gag.

Schwache Umsetzung trotz bekannter Namen

Regisseur Christopher Gattelli (bekannt für die Broadway-Remakes von Death Becomes Her) konnte dem Projekt keinen frischen Wind verleihen. Die Choreografie stammt weiterhin von Barry Sonnenfeld, der bereits die TV-Serie inszenierte. Die Darsteller Alex Brightman und Sara Chase als die beiden Ärzte wirken zwar etwas natürlicher als ihre TV-Pendants, doch die Energie des Stücks bleibt hyperaktiv ohne mitreißend zu sein.

Einige Nebenrollen glänzen jedoch: Maulik Pancholy als Reverend Layton überzeugt mit Charme, während Afra Hines als Countess Gabriele Von Blerkom die beste Performance des Abends liefert. Statt Eleanor Parkers Baroness aus The Sound of Music zu imitieren, spielt sie eine treffende Karikatur von Carrie Coons Figur aus The Gilded Age – ein willkommener Lichtblick in einem ansonsten austauschbaren Musical.

Fazit: Ein teures Déjà-vu

‚Schmigadoon!‘ auf Broadway ist kein eigenständiges Kunstwerk, sondern eine kostenintensive Neuauflage der TV-Serie. Wer die Originalfassung mag, wird auch hier kaum neue Überraschungen erleben. Wer jedoch auf frische Musical-Interpretationen hofft, sollte woanders suchen.

„Schmigadoon! auf Broadway ist kein ‚Death Becomes Her‘ – es ist ein Abklatsch, der seine Vorlage nicht einmal ansatzweise übertrifft.“

Quelle: The Wrap