Robert F. Kennedy Jr., Gesundheitsminister und Kopf der Bewegung MAHA (Make America Healthy Again), geht mit harter Kritik gegen Senator Bill Cassidy (Republikaner) vor. In der Vorwahl am kommenden Dienstag in Louisiana will die Bewegung den langjährigen Senator stürzen. Die Gründe: Cassidy gilt als Symbol für den medizinischen Establishment, den Kennedy und seine Anhänger bekämpfen wollen.

Warum Cassidy zum Ziel wurde

Cassidy, Vorsitzender des Senatsausschusses für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten (HELP), hat Kennedys Pläne zur Reform der Gesundheitspolitik stets skeptisch begleitet. Nach seiner entscheidenden Stimme bei Kennedys Bestätigung als Gesundheitsminister blockierte Cassidy dessen Vorhaben, Impfempfehlungen zu lockern und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) umzustrukturieren. Zudem stellte er Kennedys Behauptungen infrage, dass Umweltgifte eine Hauptursache für chronische Krankheiten seien.

Der jüngste Konflikt eskalierte letzte Woche, als Cassidy die Nominierung von Casey Means als nächste Surgeon General blockierte. Means, eine einflussreiche Gesundheitsaktivistin und enge Verbündete Kennedys, ist eine Schlüsselfigur der MAHA-Bewegung. Sie ist zudem die Schwester von Calley Means, einem führenden Berater Kennedys.

Nach der gescheiterten Nominierung verschärfte Kennedy seine Angriffe auf Cassidy. In einer scharfen Erklärung warf er dem Senator vor, „wieder einmal die schmutzige Arbeit für etablierte Interessen zu erledigen, die die MAHA-Bewegung blockieren und den Status quo schützen wollen“.

Calley Means, der auf X über 312.000 Follower hat, prophezeite seinen Anhängern: „Cassidy wird seine Wiederwahl verlieren und sofort für die Pharmaindustrie arbeiten, die seine politische Karriere finanziert hat.“

Tony Lyons, Präsident des MAHA-PAC (Political Action Committee), bezeichnete Cassidy als „existenzielle Bedrohung für jedes Kind in Amerika“ und forderte dessen Stopp.

„Die Handschuhe sind ausgezogen“

„Die Fronten sind geklärt“, zitiert Axios einen mit Kennedys Strategie vertrauten Insider. Cassidy muss sich in der Vorwahl gegen zwei Herausforderer durchsetzen: Rep. Julia Letlow und den ehemaligen Abgeordneten John Fleming. Präsident Trump unterstützte Letlow im Januar, nachdem Cassidy für dessen zweite Amtsenthebung stimmte.

Umfragen zeigen Schwäche – doch wie stark ist MAHA wirklich?

Laut einer aktuellen Emerson-College-Umfrage liegt Fleming mit 28 % knapp vor Letlow (27 %) und Cassidy (21 %). Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, folgt am 27. Juni eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Ein enger Mitarbeiter von Cassidys Kampagne zeigte sich jedoch unbeeindruckt: „Das ist ein völlig irrelevanter Faktor. Wir haben alle möglichen MAHA-Themen abgefragt – es handelt sich dabei ausschließlich um ein Internetphänomen.“

Doch es gibt auch Gegenbeweise: In den letzten zwölf Monaten haben Gesetzgeber in Louisiana mehrere von MAHA geforderte Maßnahmen umgesetzt, darunter ein Verbot künstlicher Zusatzstoffe und stark verarbeiteter Lebensmittel in Schulmahlzeiten. Zudem hat sich Letlow klar mit MAHA positioniert. Im März attackierte sie Cassidy wegen dessen Blockade von Means’ Nominierung und warf ihm „Steine in den Weg“ legen vor.

Was kommt als Nächstes?

Republikanische Beobachter beobachten gespannt, ob Kennedy seine Unterstützung für Letlow weiter ausbauen wird – etwa durch einen persönlichen Besuch in Louisiana.

Quelle: Axios