Seit Jahren stehen Peptide wie BPC-157 und GHK-Cu im Fokus von Gesundheitsdebatten. Sie werden als Wundermittel für Regeneration und Heilung beworben, doch wissenschaftliche Belege fehlen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte 2023 strengere Regeln eingeführt und Peptide in die Kategorie 2 eingestuft – ein Verbot für die Herstellung durch Apotheken außerhalb klinischer Studien.
Doch nun hat Robert F. Kennedy Jr., seit Januar 2024 Gesundheitsminister der USA, diese Entscheidung rückgängig gemacht. Eine überraschende Kehrtwende, die bei Experten auf Kritik stößt. Denn die FDA begründete die ursprünglichen Beschränkungen mit Sicherheitsbedenken und dem Fehlen aussagekräftiger klinischer Daten.
Bis 2023 nutzten spezialisierte Apotheken eine Gesetzeslücke, um Peptide herzustellen und zu vertreiben – selbst wenn diese nicht für die Compoundierung zugelassen waren. Die FDA prüfte diese Substanzen zwar, doch der Prozess zog sich hin. Mit der neuen Einstufung in Kategorie 2 sollte diese Praxis gestoppt werden. Doch Kennedy dreht die Uhr nun zurück.
Kritiker befürchten, dass diese Entscheidung Patienten gefährdet. Ohne strenge Kontrollen könnten unwirksame oder sogar schädliche Präparate auf den Markt gelangen. Besonders problematisch: Peptide wie BPC-157 werden oft als Nahrungsergänzungsmittel oder „Wellness-Produkte“ vermarktet, obwohl ihre Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist.
Die FDA hatte in einer Stellungnahme betont, dass Peptide ohne Zulassung als Arzneimittel nicht sicher seien. Doch Kennedy setzt nun auf Deregulierung – ein Schritt, der bei Wissenschaftlern und Medizinern auf Skepsis stößt. Die Frage bleibt: Werden Patienten nun zu Versuchskaninchen für ungetestete Substanzen?