Solarenergie trotzt politischer Widerstände

Im vergangenen Jahr schien die Zukunft der erneuerbaren Energien in den USA düster. Die Republikaner im Kongress schwächten den Inflation Reduction Act, indem sie die lukrativen Steuervergünstigungen für Wind- und Solarenergie frühzeitig beendeten. Das Innenministerium erließ zudem komplexe Vorschriften, die die Nutzung sauberer Energien auf Bundesland einschränken sollten. Befürchtungen, dass diese Regelungen auch private Flächen betreffen könnten, bestätigten sich teilweise – besonders die Windbranche litt unter den Hürden. Doch ein Jahr später zeigt sich: Die Solarenergie boomt weiter.

Trump-Administration genehmigt große Solarprojekte

Überraschenderweise hat die Trump-Administration im Februar mehrere Solarprojekte freigegeben, die zuvor durch die neuen Innenministeriumsregeln blockiert waren. „Es gibt so viele Berichte, die behaupten, die Trump-Administration verzögere Projekte und blockiere alles durch Bürokratie. Doch die Daten zeigen etwas anderes“, sagte Hannah Hess, Direktorin des Rhodium Group’s Clean Investment Monitor Teams.

Laut aktuellen Zahlen entfielen 79 Prozent der 2025 ans Netz gegangenen Stromerzeugungskapazitäten auf Solarenergie und Batteriespeicher. Bis zum Auslaufen der Steuervergünstigungen Ende 2027 wird ein weiteres Wachstum von 49 Prozent erwartet.

Solarenergie gewinnt auch bei Konservativen an Unterstützung

Während die Solarenergie in den letzten Jahren in parteipolitischen Kulturkämpfen unterging, könnte sie bei Republikanern an Zuspruch gewinnen – besonders wenn sie mit Kostensenkungen verbunden wird. Eine aktuelle Umfrage von GoodPower und NORC an der Universität Chicago zeigt: 69 Prozent der Republikaner unterstützen Solarenergie, sofern sie die Stromkosten senkt.

Die Solar Energy Industries Association (SEIA) betont, dass ihre Branche mit der „Energie-Dominanz“-Agenda von Präsident Donald Trump übereinstimmt und sowohl Familien als auch Unternehmen entlastet. „Konservative Wähler unterscheiden klar zwischen Rhetorik und praktischen Lösungen, die Kosten senken“, heißt es in einem Blogbeitrag der SEIA im Februar.

Prominente Konservative setzen auf Solar

Sogar bekannte konservative Persönlichkeiten zeigen sich zunehmend offen für Solarenergie. Katie Miller, ehemalige Mitarbeiterin der Trump-Administration und Ehefrau von Stephen Miller, bezeichnete Solarenergie kürzlich als „Energie der Zukunft“. Auf X schrieb sie:

„Dort oben gibt es einen riesigen Fusionsreaktor am Himmel – wir müssen Solarenergie schnell ausbauen, um mit China mithalten zu können.“

Auch Chris Wright, Energieminister und einstiger Solar-Kritiker, räumte im Februar ein, dass Solarenergie eine Rolle im Stromnetz spielen könnte:

„Kann Solarenergie günstige und zuverlässige Energie für das Netz liefern?“

Ausblick: Solarenergie bleibt auf Wachstumskurs

  • Solar- und Batteriespeicherprojekte machen 79 % der neuen Stromkapazitäten 2025 aus.
  • Bis 2027 wird ein Wachstum von 49 % erwartet.
  • 69 % der Republikaner unterstützen Solarenergie, wenn sie Stromkosten senkt.
  • Selbst die Trump-Administration genehmigt nun große Solarprojekte.

Die Solarenergiebranche profitiert von der steigenden Nachfrage nach günstiger Energie – insbesondere durch Rechenzentren, die schnelle und kostengünstige Stromversorgung benötigen. Trotz politischer Spannungen bleibt die Branche ein zentraler Akteur der US-Energiewende.

Quelle: Grist