Die AMC-Serie The Terror hat es nie an Deutlichkeit mangeln lassen, wenn es um ihre Botschaften ging. Während die ersten beiden Staffeln sehr spezifische Geschichten erzählten – eine gescheiterte Arktisexpedition im 19. Jahrhundert und ein von Geistern heimgesuchtes japanisches Internierungslager – verfolgte das Franchise ein viel größeres Ziel: Es nutzte Horror als Spiegel, um die dunklen Seiten unserer realen Welt zu beleuchten. Mit der dritten Staffel Devil in Silver wagte sich die Anthologie erstmals in ein modernes Setting. Doch die Themen blieben dieselben: Die Serie zeigt, dass der Mensch selbst oft der einzige Monster ist, das eine Geschichte braucht.
Basierend auf Victor LaValles gleichnamigem Roman aus dem Jahr 2012 verbindet Devil in Silver übernatürlichen Thriller, eine schonungslose Abrechnung mit den Missständen der US-amerikanischen Psychiatrie und eine tiefgründige Charakterstudie. Die Geschichte, bevölkert von menschlichen und nicht-menschlichen Monstern, ist auf mehr als eine Weise beunruhigend. Doch ursprünglich sollte nicht dieser Roman adaptiert werden.
Ein anderes Buch, ein anderer Weg
„Ursprünglich arbeitete ich mit AMC an der Entwicklung eines anderen meiner Bücher, der Novelle The Ballad of Black Tom“, erzählt LaValle im Gespräch mit Den of Geek. „Wir arbeiteten eine Weile daran, aber aus unbekannten Gründen kam das Projekt nicht voran. Dann fragten die Verantwortlichen: ‚Wir überlegen, die Marke The Terror wiederzubeleben. Sie war eine Zeit lang inaktiv, während wir uns Gedanken über die Zukunft machten. Haben Sie etwas, das in diese Welt passt?‘“
LaValle schlug Devil in Silver vor: „Ich sagte: ‚Ich habe ein Buch, das einige der zentralen Themen aufgreift – es ist realitätsnah und in einer bestimmten historischen Phase verankert.‘“ AMC zeigte sich begeistert von der Idee. Nach etwa eineinhalb bis zwei Jahren gemeinsamer Entwicklung schrieb LaValle ein Drehbuch für die Pilotfolge. Anschließend kontaktierten sie Chris Cantwell, LaValles Co-Showrunner, um ihn für das Projekt zu gewinnen.
Ein Mann, ein System, ein Albtraum
Devil in Silver erzählt die Geschichte von Pepper, einem Arbeiter aus Queens, der widerrechtlich in die fiktive New Hyde Psychiatric Hospital eingewiesen wird. Die Polizei, zu faul, um die notwendigen Formulare auszufüllen, lässt ihn einfach dort. Als Pepper in den Abgründen eines maroden Gesundheitssystems und einer gleichgültigen Justiz gefangen ist, stößt er auf eine weitere Bedrohung: ein unheimliches Wesen, das hinter einer versiegelten Silbertür lauert.
„Für uns war es entscheidend, die Geschichte aus der Perspektive eines Mannes zu erzählen, der überzeugt ist, zu Unrecht festgehalten zu werden“, erklärt Cantwell. „Natürlich gibt es viele Insassen, die sich in derselben Situation befinden. Doch indem wir Peppers Weg verfolgen, konnten wir die Absurdität und Grausamkeit des Systems besonders eindringlich darstellen.“
Horror als Spiegel der Gesellschaft
Wie in den vorherigen Staffeln von The Terror geht es auch in Devil in Silver nicht nur um übernatürliche Schrecken, sondern um die realen Monster, die in menschlichen Systemen lauern. Die Serie zeigt, wie leicht Menschen in den Mühlen von Bürokratie und Gleichgültigkeit zerrieben werden – und wie schnell aus Opfern Täter werden können. Devil in Silver beweist einmal mehr, dass die wahren Schrecken oft dort zu finden sind, wo man sie am wenigsten erwartet: im Alltäglichen, im System, im Menschen selbst.