Ein Luxus-Gigant mit Hybrid-Power
Der 2026er Toyota Sequoia Capstone ist ein monströser Dreireiher mit Hybridantrieb, der vor allem Familien mit hohen Anhängelasten begeistern soll. Doch trotz seiner beeindruckenden Technik und eines Preises von bis zu 90.000 Euro bleibt der SUV ein Paradox: riesig außen, eng innen. Nach einer Woche Testfahrt fällt vor allem eines auf – der Sequoia verschwendet Platz.
Äußere Maße, innere Enge
Die Proportionen des Sequoia sind schlicht übertrieben: Die Karosserie wirkt wie eine Karikatur eines SUVs, während die Passagiere im Inneren so weit voneinander entfernt sitzen, als säßen sie in verschiedenen Zeitzonen. Trotz der gigantischen Außenmaße wirkt der Innenraum erstaunlich beengt. Selbst der Kofferraum bietet weniger Stauraum, als seine Abmessungen vermuten lassen. Wer hier Luxus erwartet, wird enttäuscht – die Ausstattung besteht aus endlosen Plastikflächen und eckigen Bedienelementen, ein Design, das bereits die Vorgängermodelle prägte.
Hybridantrieb mit starker Leistung
Doch es gibt auch Lichtblicke: Der i-Force-Hybrid liefert 437 PS und ein Drehmoment von 583 lb-ft – genug, um schwere Anhänger wie Boote oder Pferdeanhänger zu ziehen. Die maximale Anhängelast von fast 9.000 Pfund (ca. 4,1 Tonnen) ist beachtlich und übertrifft sogar viele schwere Pickups. Der Hybridantrieb arbeitet mit normalem 87-Oktan-Benzin und erreicht dabei eine akzeptable Effizienz: Im Allradantrieb (die bei den meisten Käufern beliebteste Variante) gibt Toyota 19 Meilen pro Gallone (ca. 12,4 l/100 km) innerorts, 22 Meilen pro Gallone (ca. 10,7 l/100 km) außerorts und 20 Meilen pro Gallone (ca. 11,8 l/100 km) kombiniert an. Wer auf Allrad verzichtet, spart noch mehr: Hier sind es 21 Meilen pro Gallone (ca. 11,2 l/100 km) innerorts, 24 Meilen pro Gallone (ca. 9,8 l/100 km) außerorts und 22 Meilen pro Gallone (ca. 10,7 l/100 km) kombiniert.
Doch dieser Kraftstoffverbrauch ist bei einem Leergewicht von über 2.800 kg (6.185 Pfund) bemerkenswert. Wer in kleinen Orten unterwegs ist, sollte die Brückenhöhen genau prüfen – der Sequoia Capstone thront nicht besonders hoch über dem Boden.
Luxus zwischen Luxusauto und Familienkutsche
Die Ausstattung des Capstone ist hochwertig, doch die Umsetzung wirkt halbherzig. Der SUV bewegt sich in einer Grauzone zwischen Premiumfahrzeugen und praktischen Familienautos. Die Hybridbatterie und die starre Hinterachse rauben wertvollen Innenraum – ein Kompromiss, der sich nur für wenige lohnt. Wer jedoch einen schweren Anhänger ziehen muss, findet hier eine starke Alternative zu klassischen Super-Duty-Pickups.
Technische Basics im Überblick
- Antrieb: 3,4-Liter-Twin-Turbo-V6-Hybrid mit 437 PS und 583 lb-ft Drehmoment
- Getriebe: 10-Gang-Automatik
- Kraftstoff: 87-Oktan-Benzin (Super bleifrei)
- Tankvolumen: 22 Gallonen (ca. 83 Liter)
- Leergewicht: 6.185 Pfund (ca. 2.805 kg)
- Preis: Ab 65.000 US-Dollar (SR5), Capstone ab ca. 86.500 US-Dollar
- Antriebsoptionen: Allrad oder Hinterradantrieb
- Sondermodelle: TRD Pro (Offroad-Version mit verbessertem Fahrwerk)
Fazit: Für wen lohnt sich der Sequoia Capstone?
Der Toyota Sequoia Capstone 2026 ist ein Fahrzeug für eine sehr spezielle Zielgruppe: Familien, die regelmäßig schwere Anhänger ziehen müssen – sei es ein Boot, Pferde oder ein UTV. Für sie bietet der SUV eine starke Hybridtechnik und eine hohe Anhängelast. Doch wer einfach nur einen luxuriösen Großraumwagen sucht, wird enttäuscht sein. Der Sequoia ist zu groß, zu teuer und im Innenraum zu ineffizient. Wer Platz und Effizienz braucht, sollte lieber zu einem europäischen SUV greifen.
"Der Sequoia Capstone ist ein Monster mit Hybridantrieb – stark genug für schwere Lasten, aber zu unhandlich und teuer für den Alltag."