Präsident Donald Trump begnadigte im Februar 2025 mehrere Personen, darunter den Pflegeheimbesitzer Joseph Schwartz aus New Jersey. Schwartz hatte in einem Bundesverfahren gestanden, rund 39 Millionen Dollar an Arbeitnehmer-Sozialabgaben einbehalten und zweckentfremdet zu haben. Seine Anwälte argumentierten, dies sei kein persönlicher Gewinn gewesen, sondern ein Versuch, sein Unternehmen zu retten.

Die tragische Geschichte der Familie Coulson

Doris Coulson war Krankenschwester in Little Rock, Arkansas. Ihre Tochter Amanda erinnerte sich später in einem Gerichtsverfahren an eine Szene: Als ein Notfall (Code Blue) ausgerufen wurde, sprang ihre Mutter mitten auf ein fahrendes Krankenbett, um eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. „Ich erkannte, dass sie ihren Beruf nicht nur spielte“, sagte Amanda Coulson.

Nach ihrer Pensionierung wurde Doris Coulson Patientin in einem Pflegeheim, das Schwartz besaß. Trotz medizinischer Anweisungen erhielt sie feste Nahrung – Ärzte fanden später Rührei in ihren Lungen. Sie starb an den Folgen. Neun Jahre nach ihrem Tod begnadigte Trump Schwartz, der zuvor zu einer Haftstrafe verurteilt worden war.

Ein Urteil, das nie vollstreckt wurde

Die Familie Coulson verklagte Schwartz und sein Unternehmen wegen fahrlässiger Tötung. 2019 sprach ein Gericht den Geschwistern Amanda, Melissa und ihrem Bruder fast 19 Millionen Dollar Schadensersatz zu. Doch Schwartz zahlte nie. „Wir haben bis heute keinen Cent gesehen“, sagte Melissa Coulson.

Schwartz’ Anwälte behaupteten, er habe die Klageschrift nie erhalten und die falsche Firma verklagt. Das Unternehmen, das das Pflegeheim später übernahm, sei der richtige Beklagte gewesen. Schwartz erschien nicht vor Gericht, um sich zu verteidigen.

Pardon als Akt der Gnade – doch für wen?

Pardons werden oft als Machtinstrument des Präsidenten dargestellt: Wer erhält Gnade, wer hat Zugang, wer überzeugt das Staatsoberhaupt? Doch hinter Schwartz’ Begnadigung stehen Menschen wie Doris Coulson und ihre Familie, deren Leben bereits vor dem Pardon zerstört war.

Nach seiner Freilassung feierte Schwartz seinen ersten Schabbat mit seiner Familie. Ein hoher Justizbeamter bezeichnete den Fall als „übertriebene Strafverfolgung“. Doch die Frage bleibt: Wer profitiert wirklich von solchen Entscheidungen?

Hintergrund: Schwartz’ Pflegeheim-Imperium

  • Schwartz besaß mehrere Pflegeheime in den USA.
  • Er wurde wegen Steuerhinterziehung und Vernachlässigung von Patienten angeklagt.
  • Familien klagten wegen Misshandlung und Tod von Bewohnern.
  • Trotz Urteilen und Strafen blieb Schwartz’ Vermögen unangetastet.
Quelle: ProPublica