Trump fordert schnelle Marihuana-Umstufung – und erhält erste Ergebnisse
Während Präsident Donald Trump am Samstag ein Exekutivdekret zu psychedelischen Substanzen unterzeichnete, die als psychotherapeutische Katalysatoren gelten, übte er Druck auf seine Mitarbeiter aus. An Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. gerichtet, fragte er: „Werdet ihr die Umstufung endlich umsetzen? Sie bremsen mich aus … Du wirst das erledigen, oder?“
Von Schedule I zu Schedule III: Was sich für medizinisches Marihuana ändert
Die Umstufung von Marihuana von Schedule I – der restriktivsten Kategorie – zu Schedule III ist ein historischer Schritt. Schedule III umfasst verschreibungspflichtige Medikamente wie Ketamin, Anabolika oder Codein-haltige Schmerzmittel. Damit wird erstmals offiziell anerkannt, dass Marihuana kein Stoff ohne medizinischen Nutzen ist – eine Kritik, die seit Jahrzehnten von Befürwortern der Legalisierung vorgebracht wird.
Die neue Regelung betrifft jedoch ausschließlich medizinisches Marihuana, das in den US-Bundesstaaten mit entsprechender Lizenz verkauft wird. Eine vollständige Legalisierung – selbst für medizinische Zwecke – ist damit nicht verbunden. Dafür müssten einzelne cannabisbasierte Medikamente von der FDA zugelassen werden.
Forschung und Steuervorteile: Die Vorteile der Umstufung
Die wichtigsten Auswirkungen der Umstufung:
- Erleichterte Forschung: Wissenschaftler können nun einfacher Studien zu Marihuana durchführen, da weniger bürokratische Hürden bestehen.
- Steuerliche Entlastung: Unternehmen, die medizinisches Marihuana in lizenzierten Bundesstaaten vertreiben, dürfen nun Standard-Betriebsausgaben von der Steuer abziehen – ein großer finanzieller Vorteil.
- Bessere Produktkontrolle: Die DEA kann nun registrierte Anbieter überwachen, was die Sicherheit und Rückverfolgbarkeit erhöht.
„Das Justizministerium setzt Präsident Trumps Versprechen um, Amerikanern besseren Zugang zu medizinischen Behandlungsoptionen zu ermöglichen. Diese Umstufung ermöglicht die Erforschung von Sicherheit und Wirksamkeit dieser Substanz – und bietet Patienten bessere Versorgung sowie Ärzten verlässlichere Informationen.“
– Todd Blanche, amtierender Justizminister
Nicht alle Forderungen Trumps erfüllt – der lange Weg zur vollständigen Legalisierung
Blanches Entscheidung ist jedoch nur ein Teilerfolg. Trump hatte ursprünglich eine Umstufung von Schedule I auf Schedule II gefordert – eine Kategorie, die auch gefährliche Substanzen wie Kokain umfasst. Diese Änderung würde Marihuana generell neu klassifizieren, nicht nur medizinische Anwendungen betreffen.
Eine vollständige Neuordnung wird erst nach einer DEA-Hörung ab dem 29. Juni erwartet. Bis dahin bleibt die aktuelle Regelung begrenzt auf medizinisches Marihuana in lizenzierten Bundesstaaten. 40 US-Bundesstaaten erlauben bereits medizinischen Cannabis-Konsum, was die Infrastruktur für sichere Verteilung und Kontrolle bietet.
„Unter der Leitung von Präsident Trump und Justizminister Blanche geht die DEA zügig voran und bringt Konsistenz und Aufsicht in einen Bereich, der bisher beides vermissen ließ.“
– Terry Cole, DEA-Administrator
Kritik und offene Fragen: Was die Umstufung nicht leistet
Trotz der Fortschritte bleiben wichtige Fragen offen:
- Keine bundesweite Legalisierung: Auch nach der Umstufung bleibt Marihuana auf Bundesebene illegal – selbst für medizinische Zwecke.
- Keine automatische FDA-Zulassung: Neue cannabisbasierte Medikamente müssen weiterhin den strengen Prüfprozess der FDA durchlaufen.
- Keine Auswirkungen auf Freizeitkonsum: Die Regelung betrifft ausschließlich medizinische Anwendungen.
Experten sehen in der Umstufung dennoch einen wichtigen Schritt – sowohl für die Forschung als auch für die wirtschaftliche Stabilisierung der Branche. Langfristig könnte dies den Weg für eine vollständige Legalisierung ebnen.
Fazit: Ein Meilenstein mit Grenzen
Die Umstufung von Marihuana zu Schedule III ist ein symbolträchtiger Erfolg für Patienten, Wissenschaftler und die Cannabis-Industrie. Sie erkennt an, was Kritiker seit Jahren fordern: Marihuana hat medizinischen Nutzen und verdient eine weniger restriktive Einstufung. Gleichzeitig zeigt die begrenzte Reichweite der Regelung, wie komplex und langwierig der Weg zu einer bundesweiten Legalisierung bleibt.
Für die Betroffenen – von Patienten bis zu Forschern – ist es dennoch ein „riesiger Sieg“, wie es Trump formulierte. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der eingeschlagene Kurs zu weiteren Reformen führt.