Washington – Um die hohen Spritpreise zu senken, erwägt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die vorübergehende Aussetzung der bundesweiten Benzinsteuer. Dies würde Autofahrern eine direkte Entlastung von 18,4 Cent pro Gallone (ca. 0,43 Cent pro Liter) bringen.

Die Maßnahme erfordert jedoch die Zustimmung des Kongresses und würde dem Bund jährlich rund 500 Millionen Dollar an Steuereinnahmen entziehen. Gleichzeitig droht eine Kürzung der Mittel für den Straßenbau und die Infrastruktur.

Spritpreise auf Rekordniveau

Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin liegt aktuell bei 4,52 Dollar – ein Anstieg von über 33 % im Vergleich zum Vorjahr. Diesel kostet im Schnitt sogar 5,64 Dollar pro Gallone und nähert sich damit seinem historischen Höchststand.

Die hohen Preise belasten vor allem Haushalte mit geringem Einkommen und gefährden die wirtschaftliche Erholung. Energieexperten führen die Entwicklung auf geopolitische Spannungen, insbesondere die Blockade der Straße von Hormuz, sowie auf die anhaltende Inflation zurück.

Politische Unterstützung – aber mit Hindernissen

Energie-Staatssekretär Chris Wright betonte in der Sendung Meet the Press, die Regierung sei für „alle Ideen“ offen, um die Spritpreise zu senken. Dazu gehöre auch die Aussetzung der Benzinsteuer. „Jede Maßnahme, die den Preis an der Zapfsäule senkt, wird unterstützt“, so Wright.

Präsident Trump selbst kündigte in einem CBS-Interview an:

„Wir werden die Benzinsteuer für einen bestimmten Zeitraum aussetzen. Sobald die Preise sinken, führen wir sie schrittweise wieder ein.“

Doch die Umsetzung ist komplex: Ohne Unterstützung beider Parteien im Kongress scheitert das Vorhaben. Erste Signale deuten jedoch darauf hin, dass sowohl Demokraten als auch Republikaner einer temporären Aussetzung offen gegenüberstehen.

Geopolitische Spannungen verschärfen die Krise

Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, insbesondere die ungelöste Situation mit dem Iran, tragen maßgeblich zu den hohen Energiepreisen bei. Die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte, bleibt aufgrund der Spannungen de facto blockiert. Experten warnen, dass eine Eskalation die Preise weiter in die Höhe treiben könnte.

Die Trump-Administration steht zudem in der Kritik, keine nachhaltige Strategie zur Beendigung des Konflikts vorzulegen. Trotz wiederholter Drohungen bleibt eine diplomatische Lösung bisher aus.

Während die Aussetzung der Benzinsteuer kurzfristig Entlastung bringen könnte, bleibt fraglich, ob sie die strukturellen Probleme der US-Energiemarktpolitik lösen kann.

Quelle: CarScoops