Die Trump-Administration geht erneut gegen den Komiker Jimmy Kimmel vor. Nach einer scharfen Reaktion von First Lady Melania Trump haben sich nun auch Präsident Donald Trump und die Pressesprecherin Karoline Leavitt in die Kritik eingeschaltet. Auslöser war ein satirischer Beitrag Kimmels beim diesjährigen Weißen Haus Correspondents’ Dinner, bei dem er einen fiktiven Auftritt der First Lady und ihres Sohnes Barron inszenierte.

Trump schrieb am Montag auf Truth Social:

„Wow, Jimmy Kimmel – der laut seinen miserablen Einschaltquoten in keiner Weise lustig ist – zeigte ein Fake-Video von Melania und unserem Sohn Barron, als würden sie in seinem Studio sitzen und ihm zuhören. Das ist natürlich Unsinn. Anschließend sagte er: ‚Unsere First Lady Melania ist hier. Seht euch Melania an, so schön. Frau Trump, Sie strahlen wie eine werdende Witwe.‘“

Trump verband den Scherz mit dem kurz darauf gescheiterten Attentat auf das Correspondents’ Dinner und behauptete, Kimmels Worte hätten den Täter inspiriert:

„Ein Tag später versuchte ein Irrer, mit Schrotflinte, Pistole und Messern in den Ballsaal des Correspondents’ Dinner einzudringen. Er hatte offensichtlich ein finsteres Motiv. Viele sind empört über Kimmels abscheulichen Aufruf zur Gewalt. Normalerweise würde ich auf seine Äußerungen nicht reagieren, aber diesmal geht es weit über jede Grenze hinaus. Jimmy Kimmel sollte von Disney und ABC sofort entlassen werden.“

Doch die Behauptung, Kimmels Scherz habe den mutmaßlichen Attentäter Cole Allen beeinflusst, ist absurd. Laut dessen angeblichem Manifest waren die Hauptgründe für die Tat Trumps mangelnder Respekt vor dem Christentum, die Kürzung der Militärhilfe für die Ukraine sowie die Anschuldigung, das Land werde von einem „Pädophilen, Vergewaltiger und Verräter“ regiert. Kimmels Witz spielte darin keine Rolle.

Auch Pressesprecherin Karoline Leavitt griff Kimmel scharf an:

„Wer sagt denn so etwas? Wer behauptet, eine Ehefrau würde über den möglichen Mord an ihrem Ehemann strahlen? Ich war Samstagabend dabei und kann bestätigen: Die First Lady war alles andere als das. Diese Art von Rhetorik gegen den Präsidenten, die First Lady und ihre Unterstützer ist völlig wahnsinnig – und es ist unfassbar, dass die Amerikaner solche Aussagen Nacht für Nacht konsumieren.“

Die Trump-Administration inszeniert sich damit als Opfer einer angeblichen Hetze, obwohl ihr Oberhaupt selbst regelmäßig deutlich schärfere und gefährlichere Aussagen tätigt. Die Hetze gegen Kimmel wirkt vor diesem Hintergrund besonders heuchlerisch.